Aus zwei mach drei

Im letzten Jahr beschlossen mein Mann und ich, eine Familie zu gründen. Er hat das Thema angeschnitten und mich durch seine optimistische Art überzeugt, dass wir „das alles“ schon irgendwie schaffen werden. Der Zeitpunkt war blöd, weil ich mittlerweile extrem unglücklich in meinem Job und eigentlich auf der Suche nach etwas Neuem gewesen bin. Ich habe gedacht, ich schaffe es trotzdem noch durchzuhalten. Meine Situation wurde aber nicht besser, sondern schlechter. Ich hielt es nicht mehr aus und bat meinen Vorgesetzten um ein Gespräch. Wir waren uns einig, dass es so nicht weitergehen könne, da beide Seiten unzufrieden waren. Ich erhielt (wie gemeinsam beschlossen) die Kündigung. Drei Wochen später blieben meine Tage aus, Schwangerschaftstest und Gynäkologin bestätigten es – schwanger! Schwanger und arbeitslos! Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Es hätte keinen unpraktischeren Zeitpunkt gegeben…aber da mussten wir nun durch. Wieder war mein Mann optimistisch. „Wir schaffen das schon! „, sagte er immer wieder, wenn ich zu verzweifeln drohte.
Bei der Agentur für Arbeit wurde mir gesagt, ich müsse mich trotz allem bewerben und im Vorstellungsgespräch müsse ich es ja nicht sagen. Das war eine schlimme Situation für mich, denn ich bin ein ehrlicher Mensch. Ich hatte sehr große Gewissensbisse. Letztendlich habe ich im Bewerbungsgespräch für meinen Traumjob nichts gesagt und habe zwei Wochen später angefangen dort zu arbeiten. Erst zwei Monate später, nachdem ich sehr gutes Feedback zu meiner Arbeit erhalten habe, erzählte ich es meinem Chef. Natürlich war er nicht erfreut, aber was sollte er machen? Bis zum Mutterschutz habe ich mit vollem Engagement gearbeitet. Mein Vertrag läuft Mitte dieses Jahres aus. Ich bin in Elternzeit und bekomme das komplette Jahr Elterngeld. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich vorzeitig mit ein paar Stunden in der Woche weitergemacht. Da das (von Seiten meines Arbeitgebers) nicht möglich ist, hoffe ich, nach Ende meiner Elternzeit dort wieder einsteigen zu können. Mir wurde signalisiert, dass das klappen kann, wenn für das Projekt wieder der Zuschlag erteilt wird. Ich bin einfach mal optimistisch.
Derweil bin ich Vollzeit-Mama. Ein Jahr lang zu Hause. Ich kümmere mich um unseren Sohn, der uns viel Freude, aber auch Frust, Sorgen und zuletzt auch Arbeit bereitet.

Los geht’s

…mein erster Mama-Post.
Wie es dazu kommt, dass ich beschlossen habe, zu bloggen? Während meiner Schwangerschaft und der ersten Zeit als Mutter habe ich die eine oder andere Erfahrung gemacht…wie jede andere Mutter auch. Wie jede andere Mutter tausche ich mich mit anderen aus und habe den einen oder anderen Tipp für Bald-Muttis aus dem Freundeskreis. Genau diese Tipps, die eher kleckerweise aus mir heraussprudeln, haben eine schwangere Freundin zu dem (mehr oder weniger ernst gemeinten) Vorschlag gebracht, ich solle einen Ratgeber schreiben. Aber was qualifiziert mich dazu? Dass ich ein Kind habe? Haben tausende andere auch. Für solch ein Buch würde keiner Geld ausgeben. Zu Recht. Aber in Form eines Blogs, kostenlos und für den Großteil der Bevölkerung zugänglich, das funktioniert. Natürlich ist das kein Novum, es gibt schon viele Mami-Blogs…aber vielleicht schaffe ich es, das beste von allen zu vereinen, bzw dazu beizutragen, dass tolle Ideen und Anregungen weitere Verbreitung finden.
Ich freue mich über Kommentare und konstruktive Kritik! Viel Spaß beim Lesen!