Besuch vom Gesundheitsamt – Tipp Tapp

Wir hatten heute Besuch vom Gesundheitsamt… Genau wie anderthalb Monate nach der Geburt. Das hat nichts damit zu tun, dass wir persönlich unfähige oder überforderte Eltern sind…oder, dass uns irgendwer beim Jugendamt angeschwärzt hätte… Nein, die Stadt Bremen hat ein Programm ins Leben gerufen, das Prävention, Beratung und Unterstützung für Eltern bieten soll. Das Programm heißt Tipp Tapp und Genaueres kann HIER nachgelesen werden.
Besucht werden Eltern in „ausgesuchten Wohnquartieren“…Wir scheinen hier also in einem sozialen Brennpunkt zu leben…
Aber von vorne… Als der erste Brief mit dem Besuchstermin eintrudelte, habe ich meinen Augen kaum getraut. Als ausgebildete Pädagogin fühlte ich mich angegriffen. Zuerst war ich also etwas angefasst und regte mich lautstark darüber auf, dass gerade WIR besucht werden. Zuerst wollte ich den Termin einfach absagen, aber letztendlich hat das Programm m. E. seine Berechtigung und ich entschied, mir anzuhören, was die Dame vom Gesundheitsamt zu sagen hat. Der erste Termin fand also statt und die Dame war freundlich und interessiert…auch an Kritik. Der Termin verlief gut. Sie ließ verschiedene Broschüren da und kündigte einen weiteren Besuch an, wenn das HanseBaby ein halbes Jahr alt ist.
Diesen Termin haben wir heute hinter uns gebracht und er verlief ähnlich wie der erste. Fragen, Informationsmaterial und die Ankündigung eines weiteren Termins… Irgendwie frage ich mich, ob die Dame nun jedes halbe Jahr kommt, bis mein Kleiner achtzehn ist 😉

Alles in allem finde ich es gut, dass es solch ein Projekt gibt. Leider erreicht es laut Angabe auf der Seite der Stadt Bremen (siehe oben) nur 20-25% eines Geburtenjahrgangs. Wie viel Prozent davon auf gut ausgebildete und gut situierte Familien entfallen, ist unklar…somit auch, ob die Unterstützung dort ankommt, wo sie wirklich benötigt wird.
Nach Veröffentlichung des ersten Evaluationsberichts 2010, also zwei Jahre nach Einführung, erschien ein Artikel darüber in der taz. Hier kamen auch verschiedene Interessenvertreter zu Wort.
Das Projekt wird insgesamt im Internet kontrovers diskutiert…letztendlich sind sich die meisten einig: „Beratung? Unterstützung? Das ist pure Kontrolle. Brauch ich nicht!“
Schade, mir hat die nette Dame eine tolle Broschüre zur Sicherheit im Haushalt da gelassen, weil unser Kleiner langsam mobil wird…und eine Zahnbürste hat er bekommen 😀

HanseMama

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