Ungebetene Ratschläge

Nirgends gehen die Meinungen so weit auseinander wie beim Thema Erziehung. Alle Eltern werden wohl schon das eine oder andere Mal aus dem Familien- oder Bekanntenkreis gut gemeinte Ratschläge erhalten haben. Spätestens wenn man die Frage, ob das Kind schon durchschlafe, verneint, prasseln sie auf einen ein…die gut gemeinten Ratschläge. Im günstigsten Falle sagt der Gegenüber, wie man es „früher“ gemacht habe und lässt es damit gut sein. Meistens sind es Nachbarn oder entferne Bekannte und man kann das Thema schnell abhaken. Je näher einem der Rat gebende aber ist (eigene Eltern oder Schwiegereltern), desto schwieriger wird die ganze Situation.
Bei uns ist es mein Schwiegervater, der sich gerne einmischt und uns erklären will, wie die Welt funktioniert. Er meint natürlich alles nur gut, aber so erhalten wir mehrmals die Woche ungebetene Ratschläge, meist basierend auf seinen Erfahrungen von vor dreißig Jahren…  Leider wird bislang meine (mehrfache) Bitte/Aufforderung, die Ratschläge für sich zu behalten, bzw. auch meine Meinung und Ansichten zu respektieren, hartnäckig ignoriert.
Leider bin ich nicht so schlagfertig, dass ich auf seine (teilweise wirklich abstrusen) Tipps etwas Gescheites erwidern kann.Vielleicht sollte ich dieses humorvolle Kontern lernen… Ein paar Beispiele gibt es von der Zeitschrift ELTERN hier und hier. Bereits die Einleitung ist wunderbar geschrieben:“Manchmal hat man den Eindruck, dass man als Mutter ein Schild um den Hals trägt auf dem steht: „Bitte geben Sie mir gute Ratschläge!“ Denn sobald man einen Kinderwagen schiebt, wissen alle am allerbesten was jetzt richtig oder falsch ist.“
Ein schöner Satz zum Thema Ratschläge, den unsere Physiotherapeutin gesagt hat, lautet: „Ratschläge sind Schläge…und die braucht kein Mensch!“ Wunderbar wahr!

Wir erziehen unseren Sohn nach bestem Wissen und Gewissen. Wir denken viel darüber nach und unser Handeln hat immer einen (für uns plausiblen) Grund.
Leider bekommen wir immer noch mal Schläge, vielleicht können die Menschen nicht anders…aber ich habe mir vorgenommen, mich darüber nicht mehr allzu sehr zu ärgern… und wenn doch, dann spreche ich es an. Sofort und vielleicht dann auch etwas biestig. Aber besser als wenn ich den Ärger jedes Mal in mich reinfresse. Und wer weiß, vielleicht fällt mir doch nochmal eine schlagfertige Antwort ein…

HanseMama

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