Da hilft nur… Mama

Das HanseBaby ist aktuell mal wieder sehr anstrengend. Normalerweise ist er ein ausgeglichenes, fröhliches Baby das irrsinnig viel Spaß daran hat, krabbelnd seine Umwelt zu erkunden…aber seit kurzem ist er wieder extrem anhänglich. Die Entfernung vom Esszimmer zur Küche beträgt maximal acht Meter…also von Wand zu Wand gerechnet. Gehe ich aber kurz rüber, um noch etwas zu holen, fängt mein Kleiner an, ängstlich zu weinen und krabbelt hinter mir her. Er lässt sich kaum beruhigen, nur auf den Arm nehmen hilft. Das Schlimme daran ist, dass mein Mann neben ihm sitzen kann…das ist für das HanseBaby aktuell kein Trost…und für den HansePapa dann wiederum fürchterlich frustrierend. Egal, worum es geht, das kann nur Mama… Trösten, anziehen, wickeln, Brei füttern, schlafen legen… Selbst beim Spielen ist Papa abgeschrieben, denn irgendwo muss doch die geliebte Mama sein…

Letztendlich geht es hier um die Bindung. Als Haupt-Bindungsperson „sucht sich [das Baby] schlicht und ergreifend diejenige Person heraus, die sich am verlässlichsten und am feinfühligsten um seine grundlegenden Bedürfnisse kümmert“ (Artikel beim gewünschtesten Wunschkind). Tja, das ist dann wohl Mama…
In einem anderen Artikel auf gleichem Blog wird näher auf die Problematik der Ablehnung dem Vater gegenüber eingegangen. Hier wird erklärt, warum das Baby den Papa ablehnt und auch, warum das nicht nur negativ ist. Der Artikel ist mal wieder sehr verständlich geschrieben und hilft, dass der Papa nicht ganz so enttäuscht ist! Zumindest der HansePapa kann jetzt besser damit umgehen. Dass der Kleine anstrengend ist, ändert sich dadurch zwar nicht, aber ich kann dadurch wieder etwas mehr Verständnis für ihn aufbringen und wir sind alle drei etwas entspannter.

HanseMama

Buchkritik – Das Breibuch

Von einer Freundin habe ich Bücher zum Thema Brei kochen ausgeliehen, unter anderem „Das Breibuch“ von Sabine Deutscher. Es handelt sich um die zehnte, überarbeitete Ausgabe aus dem Jahr 2008, erschienen im Rapunzel-Verlag. Die Originalausgabe stammt aus dem Jahr 1982. Das Buch ist ein Taschenbuch mit Softcover und kostete 8€. Es ist in schwarz-weiß gedruckt und enthält keine Rezeptbilder.
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Die Autorin Sabine Deutscher ist Dreifach-Mutter und Heilpraktikerin und erklärt im Vorwort, dass sich die Ausgabe „auf dem neuesten Stand der Erkenntnis, was Ernährung und Gesundheit unserer Kinder angeht“, befindet. Auf der Internetseite steht, dass es der Autorin „wichtig war […], dass die Rezepte einfach sind und vor allem, dass das Ergebnis den Kindern schmeckt. Es wurde Wert gelegt auf eine vollwertige und rundum gesunde Zusammenstellung“.

Das Buch gliedert sich in kurz gehaltene Kapitel zum Stillen und zur selbst hergestellten Flaschennahrung aus „Getreideschleim“. Dann folgt ein Kapitel über Süßungsmittel für Babybrei, folgend eins über Flüssigkeit für die Breie und dann finden sich Rezepte für Breie und spätere Mahlzeiten. Auch Getränken wird ein Kapitel gewidmet. Weiterhin geht die Autorin auf Allergien ein.

Frau Deutscher hat einen eindeutigen Standpunkt hinsichtlich des Stillens.  Sie möchte es „allen Frauen ans Herz legen, so lange wie möglich zu stillen“. Aber wenn es denn mit dem Brei losgeht, dann soll es so biologisch wie möglich sein. Insgesamt enthält das Buch 36 Breirezepte für Mittags-, Obst- und Getreidebrei sowie ein paar Rezepte für Menüs ab dem zehnten Lebensmonat. Insgesamt eine gute Anregung. Ebenso das Kapitel über Tee. Hier werden Rezepturen der Kräuterkunde weitergegeben,  bzw. aufgeschrieben, welcher Arzneitee welche Symptome bekämpft. Hier sei der Klassiker bei Blähungen genannt: Fenchel-Anis. Im Kapitel über Allergien wird auf geeignete Zutaten und Austauschprodukte für Allergiker eingegangen.

Obwohl ich als Mutter natürlich auch nur das Beste für mein Kind möchte und damit auch für Bio und selber kochen bin, kann ich das Buch allenfalls als Anregung für die gut informierte Mutter sehen. Als uneingeschränkt empfehlenswert für unwissende Eltern sehe ich es nicht, teilweise ist es sogar komplett falsch, widerspricht sich selber und an einer Stelle ist es sogar lebensgefährlich!

Sabine Deutscher erklärt das Buch im Vorwort als aktuell hinsichtlich der Kenntnisse über Babyernährung. Nach gespannter Lektüre bin ich entsetzt!  Das Buch entspricht nicht dem aktuellen Wissensstand von 2015 und auch nicht dem von 2008. Frau Deutscher schreibt, man könne „etwa ab der 8. Woche […] anstatt der letzten Flasche abends noch etwas dünnflüssigen Brei geben […]“ (S. 22). Noch früher, nach Ansicht der Autorin bereits ab der 6. Woche, könne man „abends etwas geriebene Karotte, Apfel oder Banane“ (S. 15) geben. Demgegenüber erklärt die ausgebildete Ökotrophologin Edith Gätjen, die Dozentin für Säuglings- und Kinderernährung ist, in einem Artikel aus dem Focus, dass man „Beikost auf keinen Fall vor der 17. Woche einführen“ soll. Davor sei der Darm noch nicht reif genug, um feste Nahrung zu verdauen.
Frau Deutscher empfiehlt in ihrem Statement oben, Banane zu geben. An anderer Stelle rät sie davon ab, Bananen zu füttern, weil „die Qualität dieser Frucht […] doch sehr zweifelhaft [ist]. Außerdem enthalten Bananen so gut wie keine Vitamine und Mineralstoffe“ (S. 23). Zuallererst widerspricht sie sich selbst, aber letztendlich ist diese Aussage schlichtweg falsch, denn Bananen enthalten wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Im Buch ‚Kochen für Babys'(1) wird näher darauf eingegangen.  Die Autorin Frau Sammüller hat festgehalten, dass 100g Banane ca. 400 mg Kalium enthält, welches besonders für den Wasserhaushalt der Zellen wichtig ist oder auch für die Reizleitung der Nerven und Muskeln (S. 142). Ebenso enthalten Bananen Mangan, das u.a. beim Aufbau des Bindegewebes unterstützt (siehe S. 142). Zu guter Letzt ist Banane sättigend. 100g Banane enthalten 89kcal, fast doppelt so viel wie Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte (S. 35). So inhaltsleer und überflüssig kann eine Banane also gar nicht sein.
Nach diesem Mobbing der gelben Frucht stolperte ich über das Kapitel ‚Das Süße bei Fläschchen und Brei’… Wie jetzt, süßen??? Obwohl die Autorin der Ansicht ist, Breie „benötigen kaum noch ein zusätzliches Süßen“ (S. 17), listet sie fröhlich Süßungsmittel auf. Allen voran den guten, heilenden Honig. Zwar weist sie auf die Gefahr des Säuglingsbotulismus hin, allerdings wird die Tragweite nicht deutlich genug herausgearbeitet. Der aktuelle Wissensstand ist, dass Kinder bis zum ersten Geburtstag überhaupt keinen Honig bekommen sollen, weil ihr Immunsystem mit den enthaltenen Sporen etc. noch nicht klar kommt. Ich finde es nicht nur unverantwortlich, dass in unserer Zeit, in der es bereits viele übergewichtige Kinder gibt, Süßungsmittel propagiert werden, sondern auch, dass die Gefahren von Honig nicht ausreichend dargelegt werden, bzw. ganz von Honig für Babies abgesehen wird. Die übrigen Süßungsmittel sind, bis auf die Tatsache, dass sie überflüssig sind, als harmlos zu bezeichnen. Letztendlich wird Frau Deutscher die Süßungsmittel nur angegeben haben, damit sie in ihrem Naturwarenladen konsumiert werden. Dieser Verdacht kommt auf, da sich auf Seite 2 der Hinweis befindet, dass man alle Zutaten „bei Rapunzel Naturwaren in Ludwigsburg“ findet.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist die Empfehlung von Sojaprodukten für Babies. Die Autorin erklärt auf Seite 19 und 20 richtig, dass Kuhmilch verdünnt werden sollte (zu hohe Konzentration an Eiweiß und Salz, kann die Nieren des Babys schädigen) und nennt Alternativen dazu. Leider listet sie an erster Stelle der Milchersatzgetränke Sojamilch auf (vgl. S. 20), denn diese enthalte „fast alle Eiweiße der Milch auf pflanzlicher Basis“ (S. 23). Soja gilt in unserer Gesellschaft als gesund und wird mittlerweile gerne als Milchersatz getrunken. Laut aktuellem Wissensstand wird Soja aber mittlerweile kritisch betrachtet. In einem Artikel auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung beleuchtet Kathrin Burger den ‚Riskanten Kult um die Bohne‚.  Mittlerweile gebe es „immer mehr Zweifel, ob die Pflanze wirklich ungefährlich ist“ und im Artikel wird auch auf die schlimmen Folgen für Babies eingegangen. In Tierversuchen wurde herausgefunden, dass das in Soja enthaltene Pflanzenhormon, bzw. die Isoflavone bei Neugeborenen krebsfördernd wirkt. Weiter führt es „zu Fruchtbarkeitsstörungen und beeinträchtigt außerdem die Schilddrüsenfunktion“. Ältere Studien zeigten schon, „dass Kinder mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse in den ersten Lebensmonaten häufiger Soja-Nahrung bekommen hatten“. Das Argument, Soja schütze vor Allergien ist auch nicht haltbar, denn Soja gilt mittlerweile als hoch allergen. Soja hat somit der Kuhmilch gegenüber absolut keinen Vorteil und „eine Kuhmilcheiweißallergie, die zwei bis fünf Prozent der Säuglinge betrifft, sei […] kein Grund, auf Sojamilch umzusteigen“. Bessere Alternativen nennt Frau Deutscher auch selber: Reis-, Hafer- oder Mandelmilch (vgl. S. 20). Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) rät im oben genannten Online-Artikel „Sojanahrung nur bei Babys einzusetzen, die unter angeborener Milchzuckerunverträglichkeit oder Galaktosämie leiden. Beide Stoffwechselstörungen kommen sehr selten vor“. Im Endeffekt also auch hier eine Empfehlung von Frau Deutscher, die möglicherweise weitreichende, schlimme Folgen haben kann.
Zu den bisherigen Kritikpunkten kommen noch mehr: In ihren Rezepten für besondere Breie stecken Gewürze, namentlich Zimt, Ingwer und Cardamom (vgl. S. 29 – 32). Hierzu hätte ich mir (wie bei den meisten Breirezepten davor) eine Altersempfehlung gewünscht, denn Gewürze sind nichts für kleine Babies! Die Empfehlung meines Kinderarztes lautet: Keine Gewürze bis zum ersten Geburtstag! Frau Sammüller, die Autorin des Buches ‚Kochen für Babys‘, empfiehlt milde Gewürze und frische Kräuter langsam ab dem elften Lebensmonat einzuführen (vgl. S. 25). Scharfe, bzw. pikante Gewürze vertragen Babies schlecht, sie greifen den Magen und Darm an. Frau Deutscher empfiehlt aber nicht nur Gewürze, sondern auch rohe Eier (Eigelb) in diesen Rezepten (vgl. S. 29-30). Die Eigelbe werden in den Rezepten zum Schluss lediglich untergerührt. Von dieser Praxis ist allerdings abzuraten, besonders bei Babies und Kleinkindern. Rohe Eier haben ein extrem hohes Risiko, mit Salmonellen belastet zu sein, ebenso Rohmilch. Salmonellen können bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Erkrankungen auslösen.

„Das Breibuch“ von Sabine Deutscher ist, besonders nach kritischer Lektüre, in dieser Ausgabe keineswegs empfehlenswert!!!

Anmerkungen:
(1) Dieses Buch werde ich später auch noch mal vorstellen. Vorweg kann ich sagen, dass es empfehlenswert ist und für 5€ ein richtiges Schnäppchen!

Quellen:
Sabine Deutscher: Das Breibuch. Rezeptbuch für biologische Kindernahrung von Sabine Deutscher. Rapunzel Verlag Sabine Deutscher. Ludwigsburg, 2008. 10. überarbeite Neuauflage.
Sonja Sammüller: Kochen für Babys. Gesundes Essen einfach selbst zubereiten.Edition XXL GmbH. Fränkisch-Crumbach, 2014.

HanseMama

Bioprodukte kaufen

In einem früheren Beitrag bin ich bereits auf das Für und Wider selbst gemachter Beikost eingegangen (hier). Dort habe ich auch kurz das Thema Bio-Produkte angeschnitten, welches ich in diesem Beitrag noch etwas vertiefen möchte.

Überall wird dazu geraten, Beikost in Bioqualität zu kochen. Grund ist, dass Bio weniger Schadstoffe und Pestizide enthält.
Noch besser als Bio ist natürlich aus eigenem Anbau, aber die wenigsten werden einen eigenen Obst- und Gemüsegarten haben…und auch die drei Zucchini, die man auf Terrasse oder Balkon im Topf ziehen kann, sind letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer die Möglichkeit hat, kann auch beim Bauern in der Nähe kaufen oder auf dem Wochenmarkt. Alle anderen müssen irgendwo Bio kaufen…
Bio-Produkte gibt es in Bio-/ Öko-Läden (am bekanntesten ist wohl Aln*tura). Hier bekommt man richtig streng kontrollierte Bioware (demeter) und auch alles andere. Die Preise sind teilweise gar nicht so hoch, wie man denkt. Ruhig mal reingehen und schauen!
Bio-Produkte bekommt man aber auch beim Discounter (A*di, Li*l & Co.). Der NDR hat zur Qualität von Discounter-Bio recherchiert (Artikel hier). Hierbei handelt es sich um echte Bio-Produkte, die allerdings weltweit produziert werden und teilweise lange Wege hinter sich haben (Ökobilanz!). Leider werden die Bio-Produkte im Discounter zum Großteil in Plastikverpackungen verkauft und so wird noch mehr Müll produziert 😦 Die Preise für Bio vom Discounter sind geringfügig höher als die für konventionelle Produkte. Das resultiert leider daraus, dass die Einkaufspreise arg gedrückt werden und/ oder dort produziert wird, wo die Lohnkosten extrem niedrig sind. Bio vom Discounter hat allerdings den Vorteil, dass sich auch „Otto Normalverbraucher“ Bio-Produkte leisten kann.
Als ich letztens im Drogeriemarkt gewesen bin, wurde ich sehr überrascht. Der dm* hat ein langes Regal mit Bio-Produkten. Von Tee über Frühstücksflocken, Getränke, Aufstrich bis hin zu Süßigkeiten. Alles etwas teurer als beim Discounter, aber noch etwas günstiger als beim Öko-Laden. Mich hat besonders die Auswahl begeistert, weil ich Hirseflocken sonst nur im Öko-Laden und Reisflocken (1) gar nicht bekommen habe. Auch andere Drogerieketten haben eine kleine Auswahl an Bio-Produkten, aber gerade die Flocken habe ich nirgends gesehen. Natürlich bekommt man im Drogeriemarkt weder Obst, noch Gemüse und erst recht kein Fleisch,  aber für Trockennahrungsmittel ist es eine Alternative!

(1) Besser als Reisflocken sind Hirseflocken: Mehr Vitamine. Außerdem enthalten Reisprodukte viele Schadstoffe. Darüber habe ich hier bereits geschrieben.

HanseMama

Nervensägen im Kinderzimmer

Diese Bezeichnung habe ich in einem Artikel bei Brigitte Mom gelesen. In diesem Artikel geht es um Figuren aus Büchern und Filmen für Kinder, die einige Eltern wahnsinnig machen würden…und deswegen rechneten die Eltern mit ihnen ab…

Der Artikel beginnt mit den Worten: „Mit den Kindern holt man sich allerhand schräge Gestalten ins Haus“ und Eltern erklären, warum ihnen die jeweilige Figur so „ordentlich auf die Nüsse“ ginge. Dabei werden sowohl die alten, als auch die neuen Kinderhelden gnadenlos…’gedisst‘ würde man wohl heute sagen…

Eine Mutter erklärt Benjamin Blümchen sei ein „dummer Dickhäuter“, sein Töröö sei „depressiv“ und mache ihr jedes Mal schlechte Laune… Eine andere Mutter verunglimpft Karlsson vom Dach. Selbst ihr Sohn habe erkannt, dass Karlsson „ein richtig asoziales, verfressenes Arschloch [ist]! Der lügt und verarscht doch immer nur alle…“. Aber auch an Tigerente, Tiger und Bär in der Geschichte ‚Oh wie schön ist Panama‚ wird kein gutes Haar gelassen. Die Dreifach-Mutter schimpft auf die „Spießergeschichte“ mit der „altbackenen Botschaft“ (‚zu Hause ist es doch am schönsten)‘. Sie echauffiert sich darüber, dass ein „geistig offensichtlich eingeschränkter Tiger mit dämlicher Tigerente und sein Freund, der Klugscheißer-Bär, im Kreis laufen, weil sie zu doof sind, sich den Weg zu merken (…)“
Eine weitere Mutter bezeichnet die Liebesbekundungen im Buch ‚Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe?‘ als einfältig.
Auch die Augsburger Puppenkiste – in Person das Urmel – bekommt ihr Fett weg. Zuallererst erinnere das Urmel an „fette Männer […], die sich zu Fasching mit Riesenwindel und Riesenschnuller als Baby verkleiden“. Auch die „extra-alberne Namen (Professor Habakuk Tibatong, Titiwu, Wawa, Ping)“ sind bei der Zweifach-Mutter alles andere als beliebt, aber schier unerträglich findet sie, dass „alle […] einen Sprachfehler“ haben.
Dagegen kommen die Schlümpfe glimpflich davon. Bemängelt werden lediglich ihre „quäkigen Stimmen“.
Auch ein Quoten-Vater meldet sich zu Wort und schimpft auf die Biene Maja…die neue, computeranimierte wohlgemerkt. Er empfindet Biene Maja als schlechtes Vorbild für Mädchen, da diese jetzt „dünner und mädchenhafter ist“ als die von früher. Dazu sei sie als Rollenvorbild „zersetzender, böser und unfroher“ als früher. Letztlich erklärt der Vater: „Die neue Biene Maja ist hässlicher und dümmer als die alte, und ihre Existenz bringt Kindern bei, dass die Dinge nicht immer besser, sondern immer schlechter werden“…
Zu guter Letzt beschwert sich eine Mutter darüber, dass ihre beiden Söhne nicht das gleiche mögen wie sie (nämlich Roald Dahls Kinderbücher..
Z. B. Charlie und die Schokoladenfabrik). Ihre Kinder lieben aber den Kleinen Drachen Kokosnuss. Dieser mutiert deswegen für die Mutter zum absoluten Feindbild und sie lästert: „Der rote Drache mit seinem viel zu kleinen Käppi erlebt mit seiner Freundin Matilda, einem Stachelschwein, erwartbarste Abenteuer“… und da regelmäßig neue Abenteuer erscheinen, „bleibt also kaum eine Chance, den Kindern mal was wirklich Lustiges vorzulesen“.

Im Forum von MamiKreis*l bin ich vor längerer Zeit auf ähnliche Postings gestoßen… Hier geht es um „Fragwürdige Kinderbücher“. Ziemlich als erstes wird Frederick (L. Leonni) genannt und später sogar als „Sozialschmarotzer“ bezeichnet…was aber nichts gegen die Bezeichnung „nervige Kackbratze“ ist, mit der Conni beschrieben wird.
Auch ein Weihnachts-Pixi bekommt sein Fett weg. Eine Userin schreibt über Loretta-Lametta: „Und allein nicht genug, das die Geschichte bescheuert ist, das sind mal echt schrecklich gemalte Bilder, die Maus sieht aus wie ne Katze, der Feuerwehrmann könnt auch Alkoholiker sein und Loretta-Lametta ist geschmückt wie ne billige Prostituierte“.

Auch wenn sich die Meinungen der Eltern amüsant lesen, frage ich mich, warum es diese Ablehnung gegen diese – bei Kindern – beliebten Figuren gibt. Gut, sie mögen für uns Erwachsene manchmal altklug oder die Handlung unsinnig erscheinen, aber wir sind ja nun auch keine Kinder… Mir stellt sich daher die Frage, welche Funktion die Figuren erfüllen.
Eine Antwort habe ich bei Ratgeber Kinderbuch gefunden. Zwar geht es hier in erster Linie um Bücher, aber das eine oder andere lässt sich auf die Figuren übertragen.
Auch unsinnige Dialoge und naseweise Sprüche sind wichtig für die „Sprach- und Sprechförderung“. Darüber hinaus erweitern die Geschichten die die Figuren erleben „den Erlebenshorizont des Kindes. Es lernt andere Menschen, Lebensumstände und Lebenswirklichkeiten kennen“. Auch haben Figuren eine Vorbildfunktion. Durch sie sollen dem „Kind Vorbilder zur Bewältigung der eigenen Lebenssituation“ gegeben werden. Wenn die kleine Conni (Sie erinnern sich, die ‚Kackbratze’…) beim Arzt geimpft wird und das ‚gar nicht weh getan hat‘, dann ist das doch ein positives Vorbild für das eigene Kind… Oder sehe ich das jetzt komplett verkehrt?

Auch ein Autor bei Nido schrieb im Jahr 2012 über das Thema bei Eltern verhasste Kinderfiguren. Der Artikel nennt sich „Bibliothek des Grauens„. Hier wird in etwas weniger hetzerischem Ton auch über den Sinn und Unsinn verschiedener Figuren geschrieben. Allerdings scheint der Autor etwas toleranter und reflektierter als die oben aufgeführten Eltern. Letztendlich fragt er in seinem Artikel: „Darf ich den Kindern meinen Geschmack diktieren? Haben sie nicht ein Recht auf ihre nervigen Bücher?“…diese Fragen finde ich berechtigt! Warum können wir Erwachsenen den Kindern nicht einfach ihre Figuren lassen? So lange es nicht vollkommen sinnentleert oder stumpfsinnig ist (ich denke da beispielsweise an Spongebob…) ist das m. E. doch kein Problem.
Außerdem sollten Erwachsene in der Lage sein, sich selber einfach mal zurück zu nehmen. Denn die gemeinsame Beschäftigung mit den Geschichten der Figuren „vermittelt Kindern das Gefühl von Zuwendung und Geborgenheit“, so der Ratgeber Kinderbuch. Meiner Meinung nach hat er damit nicht so ganz Unrecht!

Ich freue mich schon darauf, wenn das HanseBaby alt genug für die ganzen Figuren ist und hoffe, dass ich auch dann noch tolerant demgegenüber bin! 😀

HanseMama

Beikost – Fertignahrung oder selbst gekocht?

Bei uns gibt es selbst gemachte Babynahrung. Ich koche den Mittagsbrei selber, Nachmittags- und Abendbrei kommen auch nicht von Hipp, Alete und Co., sondern ich kaufe Flocken und koche den Brei mit Milch und Wasser. In diesem Eintrag möchte ich auf das Für und Wider selbst gemachter Beikost eingehen und damit erklären, warum ich mich fürs selber kochen entschieden habe.
Obwohl ich nicht genau verstehe, warum viele Eltern fertigen Brei geben, akzeptiere ich diese Entscheidung. Da Eltern immer das beste für ihr Kind wollen, wird die Wahl der Fertignahrung durchdacht und gut begründet sein.

Ich habe etwas recherchiert (siehe Quellenangabe unten) und bringe auch meine eigene Erfahrung mit ein. Daraus ist die folgende Aufzählung von Argumenten für und gegen selbst gemachte Babynahrung entstanden.
Hierbei handelt es sich nicht um eine wissenschaftlich belegte Studie, sondern eine Faktensammlung und letztendlich meinen Standpunkt und meine Meinung.

Nachteile selbst gemachter Beikost:
– Egal ob eingefroren oder eingekocht, man benötigt Platz für die Lagerung. Lagerung bei Zimmertemperatur funktionierte bei mir nicht.
– Man muss einkaufen, vorbereiten, kochen, pürieren, abfüllen und hinterher alles wieder aufräumen und sauber machen. Das kostet Zeit.
– Gerade zu Anfang kann mal völlig was daneben gehen…oder das Kind hat eine Phase, in der es schlecht isst…heißt, man schmeißt viel weg. Das ist frustrierend weil: siehe vorige Punkte
– Selbstgekochtes schmeckt nicht immer genau gleich
– Keine Laboruntersuchungen zu Rückständen oder Mengen von Pflanzenschutzmitteln, Nitrat o.ä.
– Manche Obst- oder Gemüsesorten kann ich gar nicht reif bekommen, somit auch oft nicht mit der vollen Menge an Vitaminen. Gläschen dagegen sind immer aus reifen Zutaten hergestellt…wie auch immer das geht.
– Abhängigkeit vom saisonalen Angebot. Gläschen mit Erdbeeren bekomme ich dagegen auch im Winter…
– Bei der Zubereitung muss man sehr auf Sauberkeit achten. Gläschen sind dagegen weitgehend keimfrei.
– Brei mit Milch kann man selber nicht auf Vorrat herstellen!

Vorteile selbst gemachter Beikost:
– Ich weiß genau, was drin ist, nämlich kein zusätzlicher Zucker, keine Aromen, keine Konservierungsstoffe, keine Füllstoffe und auch keine Verdickungsmittel etc.
– Es gibt keine kontraproduktiven Kombinationen. Milch hindert z. B. an der Eisenaufnahme aus dem Fleisch. Solche Gläschen gibt es wirklich.
– Ich kann ganz spezifisch auf mein Kind eingehen. Bei Allergien oder Unverträglichkeit lasse ich die Zutaten einfach weg.
– Selbstgekochtes ist aus möglichst wenig Zutaten gemischt. So kann man schnell Unverträglichkeit feststellen. Bei Gläschen gibt es eine eher unübersichtliche Sortenvielfalt.
– Das Kind gewöhnt sich an saisonale Besonderheiten (z. B. Erdbeeren im Sommer, Kürbis im Herbst).
– Vermeidung von Müll, da weniger Altglas anfällt…wobei Glas ja zumeist recycelt wird…
– Herstellung individueller Portionsgrößen möglich. Das HanseBaby aß lange Zeit keine ganzen Portionen und so musste ich nicht so viel wegwerfen.
– Der Brei enthält genau das und die Menge, was/ die das Kind benötigt. Es wurde beispielsweise festgestellt, dass viele Gläschen nicht genügend Fleisch beinhalten. Andere Gläschen enthalten dagegen Reismehl…Ein Verdickungsmittel, welches das Kind nicht braucht.
– Man gewöhnt sein Kind nicht an Fertigkost.

Trotz des Aufwands (manchmal ist es echt ätzend, abends noch groß zu kochen), habe ich mich fürs selber Kochen entschieden. Für mich ist es besonders wichtig, dass ich weiß, was im Brei steckt. Ich selber versuche auch, möglichst Fertigkost zu vermeiden. Wir kaufen Bio, aber auch konventionell erzeugtes. Die Bio-Produkte vom Discounter schneiden genauso gut ab wie andere. Öko-Läden wie Aln*tura oder Al*co sind uns aber auf die Dauer zu teuer. Teilweise kaufen wir auch auf dem Markt.
Wenn alles nach Hause geschleppt ist, geht das Kochen los. Meistens abends oder am Wochenende und dann gleich mehrere Sorten (Rezepte folgen demnächst). Wir portionieren in Gläser mit Schraubdeckel (vakuumverschlossen, trotzdem kühl lagern) oder in die Breibecher von Phi*ips Avent (Gefrierschrank). Die Becher kann man in der Mikrowelle erhitzen, im Geschirrspüler reinigen, darin einfrieren und die Deckel sind, sofern man sie gerade aufsetzt, auslaufsicher. Ich habe das Set mit 10x 180ml und 10x 240ml, gekauft bei Amaz*n. War meines Erachtens nach eine gute Investition. Kann man auch beides gut mitnehmen…für mich ist folglich das Argument, unterwegs seien Gläschen praktischer, nicht existent 😉
Nun gut, ich verliere mich schon wieder in Details… Letztendlich finde ich, dass selbst Gekochtes immer noch am besten schmeckt.

Mir fällt aber gerade auf, dass ich mich vollkommen auf Gläschen konzentriert habe…dabei gibt es ja auch noch den Pulverbrei… Den haben Snowqueen und Danielle vom Blog „Das gewünschteste Wunschkind“ hier unter die Lupe genommen. Resultat: Pulverbrei kann bis zu 50% mehr Zucker enthalten als selbst angerührter. Man muss sehr genau lesen, was man da füttert. Aber auch die Zubereitung ist für mich kein Vorteil. Gerade der Getreide-Obst-Brei ist ohne Pulver ebenso schnell angerührt oder gekocht…

Wie gesagt, ich koche selber, akzeptiere aber auch, dass andere einen anderen Weg einschlagen… Ja, ich plädiere wieder ein Mal für Toleranz!

Quellen:
Elternwissen.com
hallo-eltern.com
Mütterberatung
Gewünschtestes Wunschkind

HanseMama

Fast Food

Nach dem Besuch von Freunden in Hamburg sind wir hungrig auf den Autohof gefahren…ab zu „Mäkkes“…wahlweise auch „Restaurant zum goldenen M“ oder auch „McBlöd“ (wie der HanseOpa gerne sagt). Manchmal habe ich da wirklich Appetit drauf, aber letztendlich ist es zum Abgewöhnen…
Aber von vorne…
Rein in den Burger-Imbiss und ausgesucht. Die Dame an der Kasse gibt uns den Kassenzettel und wünscht einen guten Appetit… Aber wir hatten gar kein Essen bekommen!!! Nein, das sei richtig so, das erhielten wir am Abholtresen… Wir waren etwas verwirrt, das System war uns bislang nicht bekannt. Auf unserem Kassenzettel stand eine Nummer, die auf der Anzeigetafel aufblinkte, sobald das Tablet fertig bestückt gewesen ist. Man kam sich mit der Nummer vor wie beim Amt…oder am Fleischertresen.
Ich verliere mich aber schon wieder in unwichtige Beschreibungen…wo war ich???
Ach ja…zum abgewöhnen… Die Pommes Frites waren so pappig wie schon lange nicht mehr und der Burger eher lauwarm. Dazu kam eine Cola anstelle der bestellten Fanta. Umtauschen hätte mir zu lange gedauert, also Schluck genommen und…bäh…wässrig. Liegt am „Pre-mix“, bei dem dem Sirup aus dem Fass Wasser beigemengt wird. (Das weiß ich, weil ich mehrere Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet habe.) 
Ich habe mich echt gefragt, ob das alles schon immer so ekelig gewesen ist. Labberige Pommes war ich ja schon gewohnt…wobei ich mich frage, warum Pommes wabbelig werden, wenn so viel los ist… Dass die Burger nur pappige Kalorienbomben sind…das wusste ich auch vorher. Aber irgendwie haben die mal geschmeckt… Wobei ich mir das gerade so gar nicht mehr vorstellen kann…und die Cola? Vergessen wir die Plörre!
Warum hat man darauf so einen Heißhunger, wenn es doch eigentlich echt eklig ist??? Und die viel bessere Frage ist, warum man sich darüber überhaupt keine Gedanken macht??? (Ich habe jetzt übrigens Sodbrennen… Hatte ich bisher noch nie…)
Irgendwo habe ich gelesen, dass eine 70:30-Kombination aus Kohlenhydraten und Fett schuld daran sei, dass wir ein Verlangen danach haben. So auch bei Chips…Da fällt es nicht leicht, aufzuhören… Wenn man weiter im Internet stöbert, kann man von Salzmangel bis hin zu Glückshormonen alle erdenklichen Begründungen finden. In wie weit die faktisch richtig oder durch seriöse Studien belegt sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie sehr es mir davor graut, wenn das HanseBaby irgendwann anfängt zu betteln, ob wir nicht doch ausnaaaaaaahmsweise mal büttebüttebütte zum Burger-Tempel fahren könnten. Zum Glück ist das noch weit hin!!! Bis dahin gibt es erst einmal selbst Gekochtes! LECKER 🙂
(Thema Beikost folgt!!!)

HanseMama

Wochenende? Ich bin Mutter…

Tja, Mutter sein ist ein 24-Stunden-Job ohne Feierabend, Urlaub, Wochenende und Feiertage. 365 Tage im Jahr ‚im Dienst‘. Unbezahlt und meistens auch ohne Anerkennung… Wenn man nicht wüsste, worum es hier gerade geht, könnte man glatt an Sklaverei denken…
Wenn ich ehrlich bin, beneide ich meinen Mann ein wenig… Unter der Woche kommt er von der Arbeit, tüdelt eine Stunde mit dem HanseBaby rum, dann bekommt der Stöpsel Abendbrei, noch eine halbe Stunde spielen mit Papa und dann ist Schlafenszeit. Während die beiden spielen, räume ich auf, koche Essen oder mache schnell die restliche Hausarbeit. Wenn der Kleine im Bett ist essen wir und dann könnte ich schlafen gehen… Aber es gibt ja immer noch genug zu tun und zu organisieren…oder ich bin so erledigt, dass ich einfach nur noch zu meinem Mann aufs Sofa plumpse und in die Flimmerkiste starre… An den Wochenenden beschäftigt er sich, wenn er nicht arbeiten muss, viel mit dem Stöpsel…und ich kann all das erledigen, was unter der Woche mit dem HanseBaby liegen bleibt.
Wir repräsentieren wahrscheinlich die Durchschnittsfamilie, Mama kümmert sich um die Kinder, Papa verdient die Brötchen. Mein Mann ist ein moderner Vater, der sich gern um das HanseBaby kümmert und manchmal genauso neidisch auf mich ist, wie ich auf ihn. Allerdings muss er gerade an den Wochenenden feststellen, wie anstrengend der Kleine phasenweise sein kann. Aktuell haben wir ein Krabbelkind, das sich überall hochzieht. Aufpassen ist also angesagt. Am liebsten zieht er sich bei Mama oder Papa hoch oder er ist aus irgendeinem Grund quengelig und möchte auf den Arm. Glücklicherweise versteht mein Mann (spätestens jetzt), warum man (so) manchmal nichts schafft.
Trotzdem beneide ich ihn, denn er kommt nach der Arbeit nach Hause und freut sich auf den Kleinen…am Wochenende ist er tiefenentspannt, während ich versuche, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel zu erledigen und mich stresse…nur, damit ich montags wieder das HanseBaby betreuen kann und wieder nichts (im Haushalt) schaffe. Aber hey, wozu gibt es denn Samstag und Sonntag? Deswegen auch „Wochenende??? Ich bin Mutter… “

In diesem Sinne ein fröhliches und entspanntes Wochenende!

HanseMama