Buchkritik – Kochen für Babys

Wie bereits angekündigt, gibt es jetzt eine Kritik zu Sonja Sammüllers kleinem Werk ‚Kochen für Babys‘. Der Untertitel lautet: ‚Gesundes Essen einfach selbst zubereiten‘. Meine Ausgabe ist gebunden, fast 150 Seiten stark und im Farbdruck-Verfahren hergestellt. Die Ausgabe stammt aus dem Jahr 2014 und kostet 5,00€.

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Die Autorin ist selber Mutter und befasste sich eingehend mit dem Thema Beikost, weil sie ihrem Kind nur das Beste geben wollte. Sie besuchte Kurse und ließ sich für ihr Buch von ihrer Hebamme und einer Ernährungsberaterin unterstützen (Vorwort und Danksagung). Somit wirbt das Buch mit der Aussage „Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen“ (Buchumschlag Rückseite).

Das Buch ist gegliedert in ein Vorwort, ein Kapitel über Muttermilch und Fertigmilchnahrung und dann folgen die ‚Breikapitel‘ (Mittags-, Abend- und Nachmittagsbrei) sowie ein Kapitel über die Ernährung ab dem elften Lebensmonat. Zusätzlich noch ein Kapitel mit der Bezeichnung ‚Sonstiges‘, sowie ein Glossar.

Frau Sammüller erklärt im Vorwort, wie sie dazu kam, Babynahrung selber zu kochen. Obwohl ihre Verwandten ihr ein paar Zweifel hinsichtlich der Fertigkost nehmen konnten – schließlich hätten auch sie ihre Kinder groß bekommen…und das „mit schnell zubereiteten Produkten vielfältigster Art aus dem Supermarkt“ – hat sich Frau Sammüller fürs selber kochen entschieden. Sie erklärt, dass darin eine „kleine Portion Liebe“ (S. 8) stecke, die nicht zu unterschätzen sei. Um ihre Thesezu untermauern fragt sie den Leser: „Oder was würden Sie wählen, wenn Sie die Wahl zwischen Dosen-Ravioli oder Spaghetti Bolognese von Mama hätten?“ (S. 8).
Das Kapitel zu „Muttermilch & Co.“ enthält zehn Seiten voller Fakten, die sehr gut verständlich zusammengefasst wurden. Unter anderem Zusammensetzung der Muttermilch und Unterschiede der Fertigmilchnahrung (Pre, 1er…) bis hin zum Abstillen. Dann folgt auch schon das Hauptkapitel „B(r)eikost“. Auf über 50 Seiten finden sich ein Ernährungsplan für das erste Lebensjahr, Informationen zu Getränken und dann Informationen bezüglich der Zubereitung von Brei, die folgende Fragen beantworten: Was benötigt man zum Kochen und Füttern von Brei? Welche Obst-, Gemüse-, Getreidesorten etc. sind für Babys geeignet? Dann folgen insgesamt 27 Breirezepte für Mittags-, Abend- und Nachmittagsbrei (in dieser Reihenfolge, da sie auch meist so eingeführt werden).
Das Kapitel zur Ernährung ab dem elften Lebensmonat enthält ein paar Rezepte für Kleingebäck, Kuchen, Müsli und Hauptgerichte. Allerdings ist das Hauptaugenmerk in diesem Buch auf den Brei gelegt!!! Im Kapitel „Sonstiges“ findet man sehr kurz Informationen zu Allergien, Krankheiten, Zahnpflege sowie Tabellen zu Vitaminen und Mineralstoffen und deren Quellen, Funktionen und Symptome von Mangelerscheinungen. Das Glossar ist drei Seiten lang.

Das Buch erhält von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Die Rezepte sind abwechslungsreich, einfach zu kochen und lassen sich gut variieren! Für alle Eltern, die auch mal ‚was anderes‘ kochen wollen, vielleicht mal mit Couscous oder Polenta!?

Als allererstes ist mir der Ernährungsplan aufgefallen (S. 24f.). Dieser zeigt, ab wann welche Beikost eingeführt werden kann und nennt geeignete Obst-, Gemüse-, Fleisch- und Getreidesorten. Eine gute Orientierungshilfe, die einfach und verständlich dargestellt ist. Auch die Übersicht zu den verschiedenen Obst-, Gemüse- und Getreidesorten ist toll. Zu zehn Obst- und vierzehn Gemüsesorten sowie dreizehn Sorten an Getreide, Flocken & Co. gibt es jeweils eine kurze Information sowie eine Abbildung. Alles ist nach Lebensmonaten geordnet. Zu den Utensilien zum Brei füttern habe ich dagegen einen Einwand. Frau Sammüller empfiehlt, „bei jeder Mahlzeit eine Küchenhaushaltsrolle griffbereit“ (S. 31) zu haben. Natürlich ist das eine einfache Lösung, produziert aber unnötig Müll. Wir benutzen beispielsweise extra Handtücher (Gästehandtücher) zum Mund abwischen. Die kann man dann zusammen mit den Lätzchen waschen und somit gibt es auch keine extra Wäsche. Hier würde ich mir für die Zukunft weitere Alternativen wünschen.
Die Rezepte enthalten alle bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und machen Lust aufs Nachkochen! Gut finde ich auch die Ideen für Snacks ab dem elften Lebensmonat, wobei leider ein Großteil der Rezepte Süße (in Form von Puderzucker, Rohrzucker oder Ahornsirup) enthält (vgl. S. 121, 122 und 130). Das gefällt mir nicht so gut, denn es geht auch anders. Die Autorin stellt sogar selber ein Rezept vor, welches mit Apfelmus funktioniert. Aber auch an anderer Stelle wird man fündig. Sucht man beispielsweise bei Chefk*ch nach dem Stichwort ‚Baby‘ findet man pfiffige Rezepte ohne Zucker. Auf Seite 33 wiederum weist Frau Sammüller direkt darauf hin, dass sich einige Produkte für Babys beim Studium der Zutatenliste „als wahre Zuckerbombe“ erweisen. Wobei dieser Hinweis für mein Dafürhalten gerne besser hervorgehoben werden könnte.
Zwei kleine Kritikpunkte gibt es aber noch… Zum einen proklamiert Frau Sammüller Karotte/ Möhre als ersten Brei, ohne darauf hinzuweisen, dass eben diese leicht stopfend wirken kann…und zum anderen ist das Glossar meines Erachtens überflüssig. Aber auch das mag Geschmackssache sein.

Letztendlich gefällt es mir, dass auch mal einfache, aber ungewöhnlichere Rezepte wie ‚Zucchini-Bananen-Brei mit Maisgrieß‘ oder ‚Romanesco-Brei mit Couscous‘ angeboten werden.  Insgesamt hat mich das Buch wirklich überzeugt, denn es wirkt gut recherchiert und stellt das Thema Babyernährung ‚rund‘ dar. Frau Sammüller hat es geschafft, das Thema so gut wie möglich zu komprimieren, indem sie alles direkt ‚auf den Punkt gebracht‘ hat. Dabei hat sie es vermieden, den Finger (allzu) mahnend gegen Fertigkost zu heben.

Quellen (gedruckt)
Sonja Sammüller: Kochen für Babys. Gesundes Essen einfach selbst zubereiten.Edition XXL GmbH. Fränkisch-Crumbach, 2014.

Beste Grüße
HanseMama

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