Wir verändern uns…und damit auch oft unsere sozialen Kontakte

Gestern ist mir wieder aufgefallen, dass sich soziale Kontakte – oft Freundschaften – durch Kinder irgendwie verändern…oder man selber verändert sich oder beide Seiten. Egal, IRGENDWIE ist nichts mehr so wie vorher.
Man merkt es daran, dass man auf einmal keine Gesprächsthemen mehr hat und auch sonst recht wenige Gemeinsamkeiten übrig geblieben sind. Früher hat man zusammen gefeiert oder ist einfach zusammen irgendwo versackt. Heute ist das Kind das elterliche Hauptthema und sie richten sich nach den Essens- und Schlafenszeiten des Kindes und gehen recht früh. (Weil alle Eltern wissen, wie kurz die Nacht sein kann…und zwar immer genau dann, wenn man noch ein paar Stündchen mehr gebrauchen könnte…)
Worüber unterhält man sich denn nun??? War der Gegenüber nicht gerade im Urlaub gewesen??? Oder ist das schon wieder nen Monat her??? Wie läuft die Arbeit? Die Konversation ungewohnt steif. Die Situation fühlt sich in etwa so an, wie die ersten paar Tage nach der Geburt…alles ist wund und man fürchtet sich vor jeder Bewegung in Erwartung des Schmerzes. Ganz vorsichtig umtänzelt man einander…nur, um dann festzustellen, dass es einfach nicht mehr passt. Ein Puzzleteil ist nass geworden und aufgequollen, das andere trocken geblieben. Nun passen sie nicht mehr ineinander. Wie schade das wirklich ist, muss man im Einzelfall prüfen.
So viel sei gesagt, es ist möglich trotzdem weiterhin befreundet zu sein. Wenn man die gleichen Werte hat und beide Seiten Verständnis füreinander zeigen, dann ist die Möglichkeit da, dass das mit der Freundschaft auch weiterhin klappt…allerdings bedeutet das auch Arbeit. So wie man gemeinsam an einer Beziehung, einer Ehe und einer Familie arbeiten muss. Gemeinsam, das ist das Zauberwort!!!

Bei uns in der Clique ging es früher ums Party machen, dann um nette, gemeinsame Abende mit Bier und Wein und jetzt, mit den ersten Kindern, müssen wir für uns einen neuen Sinn finden. Als erstes zerfiel alles in zwei Parteien: Familien und kinderlose Paare. Damit einher gingen Unverständnis und Vorurteile sowie schlaue Ratschläge an die Eltern. Als das erste Baby der Clique geboren war, war für mich klar, dass sich was ändern wird, aber zugleich auch, dass Toleranz und Akzeptanz extrem wichtig werden. Andere wiederum diskutieren auch jetzt noch, warum bei Geburtstagen nicht wenigstens ein Elternteil länger bleibt, mokieren sich darüber, dass jetzt kein gemeinsamer Urlaub ohne Kinder mehr möglich sein wird oder sind eingeschnappt, wenn man als Eltern nicht abends auf dem Freimarkt dabei sein wird. Das Leben ändert sich, wenn man ein Kind hat und man entscheidet sich ja auch bewusst dafür. Wenn das nicht akzeptiert wird, ist es schade.
Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass ein Kampf um solch eine ‚Freundschaft‘ die mir zur Verfügung stehenden Kräfte übersteigt. Als Mutter muss ich meine Kräfte effektiv einsetzen. Ich bin nicht Don Quichotte. Ich weiß, dass sich der Kampf gegen Windmühlen nicht lohnt.

Beste Grüße
HanseMama

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