Zwei Monate Sendepause oder „Nah am Zusammenbruch“

Seit dem letzten Post sind fast zwei Monate vergangen. In dieser Zeit war ich einem totalen Zusammenbruch sehr nahe. Es ist alles andere als einfach, sich das einzugestehen. Ich bin eigentlich die Powefrau, die alles mit links meistert und sich nicht beschwert, sondern dem Leben ins Gesicht lach, ein Ausbund an Glücklichkeit und guter Laune ist und alles perfekt macht. Eigentlich. Aber auch ich musste feststellen, dass Energie endlich ist und unperfekt vollkommen in Ordnung ist. Nein, unperfekt ist perfekt! 

Ich habe einen aufgeweckten, frechen Sohn, der viel Aufmerksamkeit braucht…und ich arbeite dreißig Stunden in der Woche. Dann ist da noch der Haushalt (winkende Wäscheberge, kichernde Staubflusen in den Ecken…) und es gibt immer noch hungrige Mäuler zu stopfen. Dazu werden meine Eltern auch nicht jünger und brauchen mehr Unterstützung. An allen Ecken wird an einem gezogen, jeder will irgendwas. Dazu noch mein Anspruch an mich selbst…möglichst perfekt soll es sein. 

Lange Rede, kurzer Sinn… Ich bin an meinem eigenen Anspruch zerschellt. 

Nachdem ich mich so weit zusammengeflickt hatte, habe ich mit dem Mann gesprochen und ihn um (mehr) Unterstützung gebeten. Meistens bekomme ich die auch. Er versteht mich zwar nicht (wirklich), aber er versucht, mir zu helfen. Zeitweise nehme ich mir eine Auszeit und schicke ihn mit dem Frechdachs auf den Spielplatz, während ich das mache, wonach mir der Sinn steht. Mein Mann hat natürlich auch seine Auszeiten. Einfach mal den Kopf frei kriegen. 

Diese Auszeiten brauche ich, denn es ist nicht die Arbeit, die mich zermürbt, sondern das Kind. Trotzanfälle, Gekreische, Geheule, beißen, kneifen und hauen. Er verlangt mir ALLES ab. Ich bin immer froh, wenn der Mann nach Hause kommt und ich beispielsweise in Ruhe kochen kann. 

Wie äußert sich das alles? Ich bin tierisch müde. Ich gehe teilweise um neunzehn Uhr ins Bett und schlafe bis morgens um fünf durch. Neun bis zehn Stunden Schlaf brauche ich…heute bin ich zwar noch auf, aber schon wieder unendlich müde. Ach ja, ich habe keine Lust auf gar Nichts. Ich möchte mich zu Hause einigeln und von NIEMANDEM etwas sehen oder hören.

Ich höre schon die Ersten :“Burnout“ denken. Aber egal was es sein sollte, es macht mir zu schaffen, dass mein Kind das aktuell bei mir auslöst. Ich fühle mich wie die schlechteste Mutter der Welt. Ich liebe mein Kind, aber es bringt mich nahe an den Rand des Wahnsinns. 

Manchmal ist es besser, manchmal schlechter, aber immer da. Ich habe nur gelernt, etwas besser damit umzugehen. Auch das funktioniert manchmal besser und manchmal schlechter. Aber auch das ist menschlich und menschlich bedeutet ja auch unperfekt zu sein. 

Wichtig ist, glaube ich, dass man sich damit beschäftigt, die Auslöser identifiziert und Strategien entwickelt, damit umzugehen…und seine Ansprüche an sich selbst etwas runterschraubt.

Der Post ist nicht perfekt, aber das ist hoffentlich ok. Ich muss jetzt nämlich unbedingt schlafen. Gute Nacht! 

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Ein Gedanke zu “Zwei Monate Sendepause oder „Nah am Zusammenbruch“

  1. Es darf auch mal scheiße laufen! Nimm es an und versuche nicht, es zu verleugnen. Du und dein Zwerg, ihr durchlebt beide immer wieder Extremsituationen und das verbindet Euch mehr als es Euch trennt. Esistnureinephase, Esistnureinephase…

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