Schokokuchen vegan 

An sich sind wir eine ganz ’normal‘ essende Familie und auch in unserem Freundeskreis wird allerhöchstens vegetarisch gegessen…aber vegan??? Nichts für uns. 

Veganes Essen? Nicht mit uns!?!?

Naja…und dann sind im Freundeskreis Allergien und Unverträglichkeiten, die einen dazu bewegen, etwas Neues auszuprobieren… 

Veganer Schokokuchen mit Kakao-Frosting 

Ich hatte wirklich Bedenken, dass der Kuchen nicht schmecken könnte, aber ich wurde eines besseren belehrt! 

Gefunden habe ich das Rezept durch Pinterest, aber gepinnt habe ich es irgendwie nicht, so dass ich eine halbe Ewigkeit danach suchen musste. Letztendlich habe ich das Rezept von Mara als Anregung genommen. Das Rezept wird bereits auf diversen Blogs vorgestellt, es sind allerdings Milchprodukte enthalten… Also hieß es, nach Alternativen zu Milchprodukten zu suchen. 

Soja ist vegan, aber nicht allergikerfreundlich! 

Überall liest man dann, dass anstelle von Milchprodukten Soja benutzt wird. Ich bin kein Fan von Soja (der vermehrte Anbau braucht viel Platz und Soja ist hoch allergen), also brauchte ich Alternativen zur Alternative. 

Ein veganer, sojafreier, saftiger Schokoladenkuchen!

Das Ergebnis ist mein ganz eigenes Rezept für einen tollen Schokokuchen 🙂 und das möchte ich heute mit euch teilen:

Zutaten:

  • 160g Dinkelmehl
  • 150g Zucker 
  • 1 Prise Salz 
  • 1 Päckchen Backpulver 
  • 50g Kakaopulver 
  • 90g Avocadofruchtfleisch
  • 120g Apfelmark (es geht auch Apfelmus) 
  • 150g Margarine 
  • 6-8 EL Kakaopulver 
  • 200g Puderzucker 

Zubereitung:

  1. Alle trockenen Zutaten miteinander vermischen 
  2. Avocadofruchtfleisch gut zerdrücken und mit dem Apfelmark verrühren 
  3. Das Avocado-Apfel-Gemisch mit dem Handrührgerät unter die trockenen Zutaten rühren, eventuell etwas Wasser zugeben, wenn die Konsistenz zu fest erscheint. 

Den Kuchen bei 160 Grad Umluft 20-25 Minuten backen. Die Oberseite des Kuchens sollte trocken aussehen, ähnlich wie bei einem Muffin.

So in etwa


Für das Frosting 

  1. Kakaopulver und Puderzucker vermischen 
  2. Margarine mit dem Handrührgerät cremig rühren 
  3. Kakao-Puderzucker-Gemisch zur Margarine geben und ordentlich unterrühren. 
  4. Eventuell etwas heißes Wasser zugeben, wenn das Frosting zu fest ist. 

Das Frosting auf den ausgekühlten Kuchen geben und etwa eine Stunde kalt stellen. 

Den laktoseintoleranten und allergischen Gästen hat der Kuchen ganz wunderbar geschmeckt 😊  Der Kuchen erinnert an klietschige Brownies und ist echt mächtig…aber er hat überzeugt!!!! 

Ich glaube, den mache ich mal und lasse ihn durch die Kollegen verkosten… Ein Kollege ist Amerikaner und da bin ich auf sein Urteil gespannt 😉

Ich freue mich, wenn mein Rezept auch andere inspiriert! 

Allen eine erfolgreiche und schöne Woche! 

Kürbisbrot – Rezept getestet in der Hansestadt Bremen 

Wir – besonders aber der Mann des Hauses – essen gerne Kürbisbrot. Ich bin eigentlich eher der deftige Typ, aber ein Scheibchen vom selbst gebackenen Kürbisbrot verirrt sich doch gerne auf mein Frühstücksbrett. 

Herrlich, endlich Herbst. Zeit für köstliches Kürbisbrot! 

Das Rezept stammt aus dem Buch „Brot backen. Die besten und beliebtesten Rezepte aus aller Welt“ von Linda Collister.

Im Originalrezept werden Cranberries, Preiselbeeren, Nüsse sowie Gewürze (Piment, Muskatnuss) benutzt.  Das ist nicht so unser Fall, deswegen habe ich das Rezept nach unserem Geschmack abgeändert. Was uns besonders gut gefällt, ist der hohe Anteil an Kürbis im Brot. Besonders lecker mit Hokkaido! Mittlerweile backe ich nur noch nach meinem Rezept. Dieses schöne und einfache Rezept möchte ich mit euch teilen. 

 Einfache Rezepte sind meist die besten. 

Rezept für zwei kleine Brote (Durchmesser ca. 18cm), bzw. 9-12 Brötchen 

Zutaten :

  • 400g Kürbisfruchtfleisch
  • 500g Mehl (Ich mische gerne das 550 mit einem Vollkornmehl)
  • 40g Butter 
  • 40g Zucker 
  • 21g Hefe + 1EL lauwarmes Wasser 
  • 1Ei
  • 1TL Salz 
  • evtl etwas lauwarme Milch 

Zubereitung:

  • Kürbis zu Mus verarbeiten. Waschen, schneiden und in gleichmäßige Stücke schneiden. (Hokkaido geht auch mit Schale, andere Sorten muss man schälen). Entweder im Dampfgarer oder mit wenig Milch weich dünsten. Dann mit dem Kartoffelstampfer oder (wenn es partout nicht stückig sein soll) mit dem Pürierstab zerkleinern. Abkühlen lassen. 
  • Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben und vermischen. Dann eine Mulde hineindrücken und Hefe, Wasser, Butter und das Ei hineingeben. Obenauf das Kürbismus. Alles miteinander verkneten. So geht es zumindest mit meiner Küchenmaschine. Wer ein Handrührgerät benutzt, sollte den Hefeteig wie gewohnt zubereiten und das Kürbismus eventuell per Hand unterkneten. 
  • Wenn der Teig zu trocken ist, etwas Milch zugeben. 
  • Teig ca. eine Stunde gehen lassen, dann Brotlaibe oder Brötchen formen und diese nochmals eine halbe Stunde ruhen lassen. Wer mag, kann die Brote dekorativ einschneiden. 
  • Während dessen den Backofen vorheizen. Ich nehme immer Umluft (unser Backofen ist schon alt, irgendwas stimmt mit Ober-Unterhitze nicht mehr…)  und backe bei 150-170 Grad. Brote 40-45 Minuten, Brötchen 20-25 Minuten. Wer knackiges Brot möchte, sollte eine feuerfeste Form mit Wasser während des Backens in den Backofen stellen. 

    Tadaaa. Fertig. Ein Brot nehme ich heute gleich als Geschenk mit.

Ach ja… Der Frechdachs hat auch geholfen 😀

Ich wünsche allen noch einen entspannten Sonntag und einen guten Start in die Woche! 

Liebe Grüße HanseMama 

WIR essen besonders gerne… 

Ich beneide Mütter, deren Familien, nein, deren Familienmitglieder alle gerne das selbe essen wie sie und wenn es dann noch gesund ist und es alle mögen… Toll! Hätte ich auch gerne. Der Mann isst am liebsten Pizza oder Schnitzel mit Sahnesauce und der Frechdachs ist absoluter Nudel-Fan. Der eine fettig und der andere alles andere als ausgewogen. Was esse ich gerne? Gemüse in allen denkbaren Variationen und ab und an mal Fisch oder etwas Hähnchenfleisch. Bei Fisch rümpft der Mann die Nase. Bleibt Gemüse… Mit Kohl brauche ich dem Mann nicht kommen, der stinke ihm zu sehr. Zucchini mit Zähneknirschen, Aubergine mit Ekel. Kürbis nur, wenn er nicht weiß, dass er ihn isst (also püriert in Kartoffelsuppe) oder als Brot. Kartoffeln frittiert in diversen Variationen…oder als Bratkartoffeln. Ohne Speck…das finde ich dann schon wieder nicht so schmackhaft. An echte Bratkartoffeln gehört Speck…und Zwiebeln 🙂  Salzkartoffeln sind bei den Männern nicht so beliebt. Süßkartoffeln brauche ich nicht machen, die werden aussortiert. Karotte geht. Manchmal. Tomaten isst der Frechdachs nicht, ebenso Salatgurke. Dafür verschlingt er Unmengen an Fleischwurst. Mein Mann spricht immer von Müsli, isst aber nur die zuckrigen Cornflakes. Bei Zucker muss man den Frechdachs nicht lange bitten. Ich mach mir mein Ökomüsli (Haferflocken, Rosinen, Nüsse und Kokosraspeln). Obst ist auch ein eher spezielles Thema. Der Mann isst nur Obst, wenn es bereits geputzt und klein geschnitten ist. Oder als Smoothie. Der Frechdachs verabscheut aktuell Bananen und Äpfel werden angekaut, ausgekaut und die Stückchen werden einfach wieder ausgespuckt. Genau dort wo man gerade steht. Mit dem Essen ist es bei uns nicht einfach…

Letztens habe ich Couscous mit Hackbraten gekocht. In Tomatensauce. Der Mann aß Hackbraten und stocherte im Couscous herum, der Frechdachs hatte Nudeln erwartet. Das Ende vom Lied war, dass ich für den fürchterlich weinenden Frechdachs Nudeln gekocht habe, die er mit Wonne in sich hinein stopfte. NUUUNE!!! 

So viel zum Thema ausgewogene Ernährung… Ich beneide diese Mütter wirklich…wenn es sie gibt. Es kann doch nicht sein, dass ich die einzige Frau und Mutter bin, deren Familie hinsichtlich der Essgewohnheiten total bekloppt ist. Das hoffe ich zumindest 😉

Rezept – Low Carb Pizza

Der HansePapa und ich lagen gestern Abend auf dem Sofa und haben uns den Bauch gerieben. Wir waren sowas von pappsatt!!! Es gab Pizza, aber da wir beide zugenommen haben und der nächste Sommer bestimmt kommt, habe ich beschlossen, einfach mal Low Carb auszuprobieren… Ja, Pizza geht auch als Low Carb. Schmeckt sogar sehr lecker! Deswegen möchte ich euch das Rezept nicht vorenthalten 🙂

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Low Carb Pizza (4 Personen) Weiterlesen

Buchkritik – Das Breibuch

Von einer Freundin habe ich Bücher zum Thema Brei kochen ausgeliehen, unter anderem „Das Breibuch“ von Sabine Deutscher. Es handelt sich um die zehnte, überarbeitete Ausgabe aus dem Jahr 2008, erschienen im Rapunzel-Verlag. Die Originalausgabe stammt aus dem Jahr 1982. Das Buch ist ein Taschenbuch mit Softcover und kostete 8€. Es ist in schwarz-weiß gedruckt und enthält keine Rezeptbilder.
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Die Autorin Sabine Deutscher ist Dreifach-Mutter und Heilpraktikerin und erklärt im Vorwort, dass sich die Ausgabe „auf dem neuesten Stand der Erkenntnis, was Ernährung und Gesundheit unserer Kinder angeht“, befindet. Auf der Internetseite steht, dass es der Autorin „wichtig war […], dass die Rezepte einfach sind und vor allem, dass das Ergebnis den Kindern schmeckt. Es wurde Wert gelegt auf eine vollwertige und rundum gesunde Zusammenstellung“.

Das Buch gliedert sich in kurz gehaltene Kapitel zum Stillen und zur selbst hergestellten Flaschennahrung aus „Getreideschleim“. Dann folgt ein Kapitel über Süßungsmittel für Babybrei, folgend eins über Flüssigkeit für die Breie und dann finden sich Rezepte für Breie und spätere Mahlzeiten. Auch Getränken wird ein Kapitel gewidmet. Weiterhin geht die Autorin auf Allergien ein.

Frau Deutscher hat einen eindeutigen Standpunkt hinsichtlich des Stillens.  Sie möchte es „allen Frauen ans Herz legen, so lange wie möglich zu stillen“. Aber wenn es denn mit dem Brei losgeht, dann soll es so biologisch wie möglich sein. Insgesamt enthält das Buch 36 Breirezepte für Mittags-, Obst- und Getreidebrei sowie ein paar Rezepte für Menüs ab dem zehnten Lebensmonat. Insgesamt eine gute Anregung. Ebenso das Kapitel über Tee. Hier werden Rezepturen der Kräuterkunde weitergegeben,  bzw. aufgeschrieben, welcher Arzneitee welche Symptome bekämpft. Hier sei der Klassiker bei Blähungen genannt: Fenchel-Anis. Im Kapitel über Allergien wird auf geeignete Zutaten und Austauschprodukte für Allergiker eingegangen.

Obwohl ich als Mutter natürlich auch nur das Beste für mein Kind möchte und damit auch für Bio und selber kochen bin, kann ich das Buch allenfalls als Anregung für die gut informierte Mutter sehen. Als uneingeschränkt empfehlenswert für unwissende Eltern sehe ich es nicht, teilweise ist es sogar komplett falsch, widerspricht sich selber und an einer Stelle ist es sogar lebensgefährlich!

Sabine Deutscher erklärt das Buch im Vorwort als aktuell hinsichtlich der Kenntnisse über Babyernährung. Nach gespannter Lektüre bin ich entsetzt!  Das Buch entspricht nicht dem aktuellen Wissensstand von 2015 und auch nicht dem von 2008. Frau Deutscher schreibt, man könne „etwa ab der 8. Woche […] anstatt der letzten Flasche abends noch etwas dünnflüssigen Brei geben […]“ (S. 22). Noch früher, nach Ansicht der Autorin bereits ab der 6. Woche, könne man „abends etwas geriebene Karotte, Apfel oder Banane“ (S. 15) geben. Demgegenüber erklärt die ausgebildete Ökotrophologin Edith Gätjen, die Dozentin für Säuglings- und Kinderernährung ist, in einem Artikel aus dem Focus, dass man „Beikost auf keinen Fall vor der 17. Woche einführen“ soll. Davor sei der Darm noch nicht reif genug, um feste Nahrung zu verdauen.
Frau Deutscher empfiehlt in ihrem Statement oben, Banane zu geben. An anderer Stelle rät sie davon ab, Bananen zu füttern, weil „die Qualität dieser Frucht […] doch sehr zweifelhaft [ist]. Außerdem enthalten Bananen so gut wie keine Vitamine und Mineralstoffe“ (S. 23). Zuallererst widerspricht sie sich selbst, aber letztendlich ist diese Aussage schlichtweg falsch, denn Bananen enthalten wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Im Buch ‚Kochen für Babys'(1) wird näher darauf eingegangen.  Die Autorin Frau Sammüller hat festgehalten, dass 100g Banane ca. 400 mg Kalium enthält, welches besonders für den Wasserhaushalt der Zellen wichtig ist oder auch für die Reizleitung der Nerven und Muskeln (S. 142). Ebenso enthalten Bananen Mangan, das u.a. beim Aufbau des Bindegewebes unterstützt (siehe S. 142). Zu guter Letzt ist Banane sättigend. 100g Banane enthalten 89kcal, fast doppelt so viel wie Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte (S. 35). So inhaltsleer und überflüssig kann eine Banane also gar nicht sein.
Nach diesem Mobbing der gelben Frucht stolperte ich über das Kapitel ‚Das Süße bei Fläschchen und Brei’… Wie jetzt, süßen??? Obwohl die Autorin der Ansicht ist, Breie „benötigen kaum noch ein zusätzliches Süßen“ (S. 17), listet sie fröhlich Süßungsmittel auf. Allen voran den guten, heilenden Honig. Zwar weist sie auf die Gefahr des Säuglingsbotulismus hin, allerdings wird die Tragweite nicht deutlich genug herausgearbeitet. Der aktuelle Wissensstand ist, dass Kinder bis zum ersten Geburtstag überhaupt keinen Honig bekommen sollen, weil ihr Immunsystem mit den enthaltenen Sporen etc. noch nicht klar kommt. Ich finde es nicht nur unverantwortlich, dass in unserer Zeit, in der es bereits viele übergewichtige Kinder gibt, Süßungsmittel propagiert werden, sondern auch, dass die Gefahren von Honig nicht ausreichend dargelegt werden, bzw. ganz von Honig für Babies abgesehen wird. Die übrigen Süßungsmittel sind, bis auf die Tatsache, dass sie überflüssig sind, als harmlos zu bezeichnen. Letztendlich wird Frau Deutscher die Süßungsmittel nur angegeben haben, damit sie in ihrem Naturwarenladen konsumiert werden. Dieser Verdacht kommt auf, da sich auf Seite 2 der Hinweis befindet, dass man alle Zutaten „bei Rapunzel Naturwaren in Ludwigsburg“ findet.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist die Empfehlung von Sojaprodukten für Babies. Die Autorin erklärt auf Seite 19 und 20 richtig, dass Kuhmilch verdünnt werden sollte (zu hohe Konzentration an Eiweiß und Salz, kann die Nieren des Babys schädigen) und nennt Alternativen dazu. Leider listet sie an erster Stelle der Milchersatzgetränke Sojamilch auf (vgl. S. 20), denn diese enthalte „fast alle Eiweiße der Milch auf pflanzlicher Basis“ (S. 23). Soja gilt in unserer Gesellschaft als gesund und wird mittlerweile gerne als Milchersatz getrunken. Laut aktuellem Wissensstand wird Soja aber mittlerweile kritisch betrachtet. In einem Artikel auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung beleuchtet Kathrin Burger den ‚Riskanten Kult um die Bohne‚.  Mittlerweile gebe es „immer mehr Zweifel, ob die Pflanze wirklich ungefährlich ist“ und im Artikel wird auch auf die schlimmen Folgen für Babies eingegangen. In Tierversuchen wurde herausgefunden, dass das in Soja enthaltene Pflanzenhormon, bzw. die Isoflavone bei Neugeborenen krebsfördernd wirkt. Weiter führt es „zu Fruchtbarkeitsstörungen und beeinträchtigt außerdem die Schilddrüsenfunktion“. Ältere Studien zeigten schon, „dass Kinder mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse in den ersten Lebensmonaten häufiger Soja-Nahrung bekommen hatten“. Das Argument, Soja schütze vor Allergien ist auch nicht haltbar, denn Soja gilt mittlerweile als hoch allergen. Soja hat somit der Kuhmilch gegenüber absolut keinen Vorteil und „eine Kuhmilcheiweißallergie, die zwei bis fünf Prozent der Säuglinge betrifft, sei […] kein Grund, auf Sojamilch umzusteigen“. Bessere Alternativen nennt Frau Deutscher auch selber: Reis-, Hafer- oder Mandelmilch (vgl. S. 20). Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) rät im oben genannten Online-Artikel „Sojanahrung nur bei Babys einzusetzen, die unter angeborener Milchzuckerunverträglichkeit oder Galaktosämie leiden. Beide Stoffwechselstörungen kommen sehr selten vor“. Im Endeffekt also auch hier eine Empfehlung von Frau Deutscher, die möglicherweise weitreichende, schlimme Folgen haben kann.
Zu den bisherigen Kritikpunkten kommen noch mehr: In ihren Rezepten für besondere Breie stecken Gewürze, namentlich Zimt, Ingwer und Cardamom (vgl. S. 29 – 32). Hierzu hätte ich mir (wie bei den meisten Breirezepten davor) eine Altersempfehlung gewünscht, denn Gewürze sind nichts für kleine Babies! Die Empfehlung meines Kinderarztes lautet: Keine Gewürze bis zum ersten Geburtstag! Frau Sammüller, die Autorin des Buches ‚Kochen für Babys‘, empfiehlt milde Gewürze und frische Kräuter langsam ab dem elften Lebensmonat einzuführen (vgl. S. 25). Scharfe, bzw. pikante Gewürze vertragen Babies schlecht, sie greifen den Magen und Darm an. Frau Deutscher empfiehlt aber nicht nur Gewürze, sondern auch rohe Eier (Eigelb) in diesen Rezepten (vgl. S. 29-30). Die Eigelbe werden in den Rezepten zum Schluss lediglich untergerührt. Von dieser Praxis ist allerdings abzuraten, besonders bei Babies und Kleinkindern. Rohe Eier haben ein extrem hohes Risiko, mit Salmonellen belastet zu sein, ebenso Rohmilch. Salmonellen können bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Erkrankungen auslösen.

„Das Breibuch“ von Sabine Deutscher ist, besonders nach kritischer Lektüre, in dieser Ausgabe keineswegs empfehlenswert!!!

Anmerkungen:
(1) Dieses Buch werde ich später auch noch mal vorstellen. Vorweg kann ich sagen, dass es empfehlenswert ist und für 5€ ein richtiges Schnäppchen!

Quellen:
Sabine Deutscher: Das Breibuch. Rezeptbuch für biologische Kindernahrung von Sabine Deutscher. Rapunzel Verlag Sabine Deutscher. Ludwigsburg, 2008. 10. überarbeite Neuauflage.
Sonja Sammüller: Kochen für Babys. Gesundes Essen einfach selbst zubereiten.Edition XXL GmbH. Fränkisch-Crumbach, 2014.

HanseMama

Bioprodukte kaufen

In einem früheren Beitrag bin ich bereits auf das Für und Wider selbst gemachter Beikost eingegangen (hier). Dort habe ich auch kurz das Thema Bio-Produkte angeschnitten, welches ich in diesem Beitrag noch etwas vertiefen möchte.

Überall wird dazu geraten, Beikost in Bioqualität zu kochen. Grund ist, dass Bio weniger Schadstoffe und Pestizide enthält.
Noch besser als Bio ist natürlich aus eigenem Anbau, aber die wenigsten werden einen eigenen Obst- und Gemüsegarten haben…und auch die drei Zucchini, die man auf Terrasse oder Balkon im Topf ziehen kann, sind letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer die Möglichkeit hat, kann auch beim Bauern in der Nähe kaufen oder auf dem Wochenmarkt. Alle anderen müssen irgendwo Bio kaufen…
Bio-Produkte gibt es in Bio-/ Öko-Läden (am bekanntesten ist wohl Aln*tura). Hier bekommt man richtig streng kontrollierte Bioware (demeter) und auch alles andere. Die Preise sind teilweise gar nicht so hoch, wie man denkt. Ruhig mal reingehen und schauen!
Bio-Produkte bekommt man aber auch beim Discounter (A*di, Li*l & Co.). Der NDR hat zur Qualität von Discounter-Bio recherchiert (Artikel hier). Hierbei handelt es sich um echte Bio-Produkte, die allerdings weltweit produziert werden und teilweise lange Wege hinter sich haben (Ökobilanz!). Leider werden die Bio-Produkte im Discounter zum Großteil in Plastikverpackungen verkauft und so wird noch mehr Müll produziert 😦 Die Preise für Bio vom Discounter sind geringfügig höher als die für konventionelle Produkte. Das resultiert leider daraus, dass die Einkaufspreise arg gedrückt werden und/ oder dort produziert wird, wo die Lohnkosten extrem niedrig sind. Bio vom Discounter hat allerdings den Vorteil, dass sich auch „Otto Normalverbraucher“ Bio-Produkte leisten kann.
Als ich letztens im Drogeriemarkt gewesen bin, wurde ich sehr überrascht. Der dm* hat ein langes Regal mit Bio-Produkten. Von Tee über Frühstücksflocken, Getränke, Aufstrich bis hin zu Süßigkeiten. Alles etwas teurer als beim Discounter, aber noch etwas günstiger als beim Öko-Laden. Mich hat besonders die Auswahl begeistert, weil ich Hirseflocken sonst nur im Öko-Laden und Reisflocken (1) gar nicht bekommen habe. Auch andere Drogerieketten haben eine kleine Auswahl an Bio-Produkten, aber gerade die Flocken habe ich nirgends gesehen. Natürlich bekommt man im Drogeriemarkt weder Obst, noch Gemüse und erst recht kein Fleisch,  aber für Trockennahrungsmittel ist es eine Alternative!

(1) Besser als Reisflocken sind Hirseflocken: Mehr Vitamine. Außerdem enthalten Reisprodukte viele Schadstoffe. Darüber habe ich hier bereits geschrieben.

HanseMama

Beikost – Fertignahrung oder selbst gekocht?

Bei uns gibt es selbst gemachte Babynahrung. Ich koche den Mittagsbrei selber, Nachmittags- und Abendbrei kommen auch nicht von Hipp, Alete und Co., sondern ich kaufe Flocken und koche den Brei mit Milch und Wasser. In diesem Eintrag möchte ich auf das Für und Wider selbst gemachter Beikost eingehen und damit erklären, warum ich mich fürs selber kochen entschieden habe.
Obwohl ich nicht genau verstehe, warum viele Eltern fertigen Brei geben, akzeptiere ich diese Entscheidung. Da Eltern immer das beste für ihr Kind wollen, wird die Wahl der Fertignahrung durchdacht und gut begründet sein.

Ich habe etwas recherchiert (siehe Quellenangabe unten) und bringe auch meine eigene Erfahrung mit ein. Daraus ist die folgende Aufzählung von Argumenten für und gegen selbst gemachte Babynahrung entstanden.
Hierbei handelt es sich nicht um eine wissenschaftlich belegte Studie, sondern eine Faktensammlung und letztendlich meinen Standpunkt und meine Meinung.

Nachteile selbst gemachter Beikost:
– Egal ob eingefroren oder eingekocht, man benötigt Platz für die Lagerung. Lagerung bei Zimmertemperatur funktionierte bei mir nicht.
– Man muss einkaufen, vorbereiten, kochen, pürieren, abfüllen und hinterher alles wieder aufräumen und sauber machen. Das kostet Zeit.
– Gerade zu Anfang kann mal völlig was daneben gehen…oder das Kind hat eine Phase, in der es schlecht isst…heißt, man schmeißt viel weg. Das ist frustrierend weil: siehe vorige Punkte
– Selbstgekochtes schmeckt nicht immer genau gleich
– Keine Laboruntersuchungen zu Rückständen oder Mengen von Pflanzenschutzmitteln, Nitrat o.ä.
– Manche Obst- oder Gemüsesorten kann ich gar nicht reif bekommen, somit auch oft nicht mit der vollen Menge an Vitaminen. Gläschen dagegen sind immer aus reifen Zutaten hergestellt…wie auch immer das geht.
– Abhängigkeit vom saisonalen Angebot. Gläschen mit Erdbeeren bekomme ich dagegen auch im Winter…
– Bei der Zubereitung muss man sehr auf Sauberkeit achten. Gläschen sind dagegen weitgehend keimfrei.
– Brei mit Milch kann man selber nicht auf Vorrat herstellen!

Vorteile selbst gemachter Beikost:
– Ich weiß genau, was drin ist, nämlich kein zusätzlicher Zucker, keine Aromen, keine Konservierungsstoffe, keine Füllstoffe und auch keine Verdickungsmittel etc.
– Es gibt keine kontraproduktiven Kombinationen. Milch hindert z. B. an der Eisenaufnahme aus dem Fleisch. Solche Gläschen gibt es wirklich.
– Ich kann ganz spezifisch auf mein Kind eingehen. Bei Allergien oder Unverträglichkeit lasse ich die Zutaten einfach weg.
– Selbstgekochtes ist aus möglichst wenig Zutaten gemischt. So kann man schnell Unverträglichkeit feststellen. Bei Gläschen gibt es eine eher unübersichtliche Sortenvielfalt.
– Das Kind gewöhnt sich an saisonale Besonderheiten (z. B. Erdbeeren im Sommer, Kürbis im Herbst).
– Vermeidung von Müll, da weniger Altglas anfällt…wobei Glas ja zumeist recycelt wird…
– Herstellung individueller Portionsgrößen möglich. Das HanseBaby aß lange Zeit keine ganzen Portionen und so musste ich nicht so viel wegwerfen.
– Der Brei enthält genau das und die Menge, was/ die das Kind benötigt. Es wurde beispielsweise festgestellt, dass viele Gläschen nicht genügend Fleisch beinhalten. Andere Gläschen enthalten dagegen Reismehl…Ein Verdickungsmittel, welches das Kind nicht braucht.
– Man gewöhnt sein Kind nicht an Fertigkost.

Trotz des Aufwands (manchmal ist es echt ätzend, abends noch groß zu kochen), habe ich mich fürs selber Kochen entschieden. Für mich ist es besonders wichtig, dass ich weiß, was im Brei steckt. Ich selber versuche auch, möglichst Fertigkost zu vermeiden. Wir kaufen Bio, aber auch konventionell erzeugtes. Die Bio-Produkte vom Discounter schneiden genauso gut ab wie andere. Öko-Läden wie Aln*tura oder Al*co sind uns aber auf die Dauer zu teuer. Teilweise kaufen wir auch auf dem Markt.
Wenn alles nach Hause geschleppt ist, geht das Kochen los. Meistens abends oder am Wochenende und dann gleich mehrere Sorten (Rezepte folgen demnächst). Wir portionieren in Gläser mit Schraubdeckel (vakuumverschlossen, trotzdem kühl lagern) oder in die Breibecher von Phi*ips Avent (Gefrierschrank). Die Becher kann man in der Mikrowelle erhitzen, im Geschirrspüler reinigen, darin einfrieren und die Deckel sind, sofern man sie gerade aufsetzt, auslaufsicher. Ich habe das Set mit 10x 180ml und 10x 240ml, gekauft bei Amaz*n. War meines Erachtens nach eine gute Investition. Kann man auch beides gut mitnehmen…für mich ist folglich das Argument, unterwegs seien Gläschen praktischer, nicht existent 😉
Nun gut, ich verliere mich schon wieder in Details… Letztendlich finde ich, dass selbst Gekochtes immer noch am besten schmeckt.

Mir fällt aber gerade auf, dass ich mich vollkommen auf Gläschen konzentriert habe…dabei gibt es ja auch noch den Pulverbrei… Den haben Snowqueen und Danielle vom Blog „Das gewünschteste Wunschkind“ hier unter die Lupe genommen. Resultat: Pulverbrei kann bis zu 50% mehr Zucker enthalten als selbst angerührter. Man muss sehr genau lesen, was man da füttert. Aber auch die Zubereitung ist für mich kein Vorteil. Gerade der Getreide-Obst-Brei ist ohne Pulver ebenso schnell angerührt oder gekocht…

Wie gesagt, ich koche selber, akzeptiere aber auch, dass andere einen anderen Weg einschlagen… Ja, ich plädiere wieder ein Mal für Toleranz!

Quellen:
Elternwissen.com
hallo-eltern.com
Mütterberatung
Gewünschtestes Wunschkind

HanseMama