Endlich wieder arbeiten 

Hört sich nicht schön an, ist aber so. Ich habe ja schon öfter erzählt, dass mich der Frechdachs manchmal in den Wahnsinn treibt…und so war es auch wieder. Ich hatte mir ganz alleine eine Woche Urlaub genommen. Habe mit meiner Freundin außerhalb gefrühstückt und dann waren wir bummeln. Ganz gemütlich einkaufen und aufräumen (es kann sehr entspannend sein, wenn man mal nicht alle drei Minuten abgelenkt wird und überall angefangene Hausarbeiten liegen bleiben…)… Einfach auch mal nichts tun und rumgammeln. Herrlich. Ein paar Tage nur für mich 🙂 

Dann wurde die Tagesmutter krank 

…und dann wurde die Tagesmutter krank. Gut, ich hatte eine Woche Urlaub und den Frechdachs dann zwei Tage zu Hause. So what. Nicht so schlimm. Zwei Tage Spielplatz und Remmidemmi sind auch ganz schön. 

Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh! 

Tja und dann, von Sonntag auf Montag wache ich mitten in der Nacht auf und stelle fest, dass der Frechdachs glüht. Fieber 🙈 Wie sagt mein Mann so gerne? Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh. Meinem Arbeitgeber Bescheid gegeben, dass ich zu Hause bleiben muss. Freude ist anders. 

Montag abend war das Fieber wieder weg. Dafür hatte der Frechdachs Dienstag auf einmal kleine Pickel um den Mund herum… 

Hand-Fuß-Mund… Shit

Der Kinderarzt bestätigte es: Hand-Fuß-Mund! Herzlichen Glückwunsch! Jackpot! Zur Tagesmutter? Da war die Angst vor Ansteckung groß. Eine Woche habe ich also ein Hand-Fuß-Mund-Kind zu Hause gehabt. Krank fühlte er sich scheinbar nicht…Remmidemmi, Lärm und Randale. Dann der Freitag, die Pusteln waren schon am abheilen…die Frage an die Tagesmutter, ob ich ihn nach dem Wochenende wieder bringen darf. Begeistert war sie nicht. Gerne hätte sie eine Gesundschreibung gehabt, aber das macht der Kinderarzt nur bei Streptokokken…unter Gegrummel hat sie ihn genommen und ich konnte endlich, endlich wieder zur Arbeit. 

Jippie, endlich wieder arbeiten! 

Ich liebe mein Kind, aber wir befinden uns gerade in der quengeligen und dazu noch trotzigen Phase. Das ist sehr viel anstrengender als arbeiten gehen! Für mich zumindest. 

Warten wir mal die nächste Krankheit ab… Aber hoffentlich nicht ganz so bald, denn mein Arbeitsvertrag läuft aus und dauerhaftes Fehlen aufgrund Kind krank ist ja nun nicht gerade ein Argument FÜR eine Verlängerung… 

Rassismus im Alltag 

Es ist merkwürdig, den Titel zu schreiben. Es fühlt sich beschämend an, zu sagen, dass man in seinem Alltag Rassismus erlebt und besonders schlimm ist es, zu sagen, dass der eigene Schwiegerdrachen (der sich für die Krone der Schöpfung hält, ich berichtete) das Thema aufgeworfen hat. Aufgeworfen bedeutet eigentlich eher, er ist der Stein des Anstoßes, derjenige, der den Rassismus in mein Leben gebracht hat. Ich finde das extrem traurig. 

Aber der Reihe nach… Dass es bei uns familiär gerne mal knirscht, habe ich bereits lang und breit geschrieben…mit meinem Schwiegervater ist es alles andere als einfach. Er mischt sich gerne ein und auch gestern musste er mal wieder seinen Senf dazugeben. Dabei gab er etwas von sich, da schlackerten meinem Mann und mir die Ohren. 

Der Frechdachs ist mit seinen 21 Monaten noch ziemlich ungeduldig und da es mit dem Essen nicht so funktionierte, wie er sich das vorstellte (über Kopf bleibt die blöde Wurst nicht auf dem Brot…), tobte er los. Der Drachen sagte dann: 

Ganz ruhig! Wir sind doch keine Schwarzen. Die machen alles aus dem Bauch heraus, deswegen reden die auch so laut. Wir Europäer machen das mit dem Kopf, wir denken nach.

Dem Mann und mir ist die Kinnlade herunter gefallen. Das ist Rassismus vom Feinsten. Geht gar nicht! 

Heute hatte ich die Chance, ihn darauf anzusprechen. Ich habe ihn gebeten, im Beisein meines Kindes solche rassistischen Sprüche nicht mehr zu sagen. Ich finde, das ist mein gutes Recht als Mutter! Man stelle sich bitte vor, dass der Frechdachs diese Dinge irgendwo ausspricht… Da gibt’s dann ordentlich „aufs Maul“… Bremen hat ja nun auch eine große Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund. (Ich frage mich gerade, ob „Ausländer“ politisch korrekt ist…)  und da ist es denkbar und gut möglich, dass er sich mit solchen Sprüchen welche fängt… Ganz davon abgesehen, dass wir versuchen, den Frechdachs zu einem aufgeschlossen Menschen zu erziehen…

Aber kurz zurück zum Drachen. Dieser sagte mir, sein Spruch sei überhaupt nicht rassistisch. Das sei „allgemeines Kulturwissen“.  Ich entgegnete, dass das Blödsinn sei. Das sei (und ist) nichts anderes als Rassismus. Der Drachen wollte nichts davon hören. Meine Bitte, sowas im Beisein des Frechdachses nicht zu sagen, stieß auf Widerstand. Er ließe sich von mir gar nichts verbieten. Wenn ich das nicht wolle, dann müsse ich den Frechdachs in Watte packen. Wenn mir bis dahin schon das Blut gekocht hat, dann spritzte und brodelte es spätestens jetzt. Mein Adrenalinspiegel war auf einem Höchststand. 

Diese Situation hat bei mir Ärger, Wut, Unverständnis und ganz viel Fassungslosigkeit ausgelöst. Ich kann nicht verstehen, dass jemand, der sich selbst für so schlau und sozial hält und der nur ein Jahrzehnt nach Ende des zweiten Weltkriegs geboren ist, solche Dinge von sich geben kann. 

Es ist traurig und sehr beschämend, so jemanden in der Familie zu haben. 

Der Umgang mit dem Frechdachs ist erstmal untersagt. Einzig logische Konsequenz. 

WIR essen besonders gerne… 

Ich beneide Mütter, deren Familien, nein, deren Familienmitglieder alle gerne das selbe essen wie sie und wenn es dann noch gesund ist und es alle mögen… Toll! Hätte ich auch gerne. Der Mann isst am liebsten Pizza oder Schnitzel mit Sahnesauce und der Frechdachs ist absoluter Nudel-Fan. Der eine fettig und der andere alles andere als ausgewogen. Was esse ich gerne? Gemüse in allen denkbaren Variationen und ab und an mal Fisch oder etwas Hähnchenfleisch. Bei Fisch rümpft der Mann die Nase. Bleibt Gemüse… Mit Kohl brauche ich dem Mann nicht kommen, der stinke ihm zu sehr. Zucchini mit Zähneknirschen, Aubergine mit Ekel. Kürbis nur, wenn er nicht weiß, dass er ihn isst (also püriert in Kartoffelsuppe) oder als Brot. Kartoffeln frittiert in diversen Variationen…oder als Bratkartoffeln. Ohne Speck…das finde ich dann schon wieder nicht so schmackhaft. An echte Bratkartoffeln gehört Speck…und Zwiebeln 🙂  Salzkartoffeln sind bei den Männern nicht so beliebt. Süßkartoffeln brauche ich nicht machen, die werden aussortiert. Karotte geht. Manchmal. Tomaten isst der Frechdachs nicht, ebenso Salatgurke. Dafür verschlingt er Unmengen an Fleischwurst. Mein Mann spricht immer von Müsli, isst aber nur die zuckrigen Cornflakes. Bei Zucker muss man den Frechdachs nicht lange bitten. Ich mach mir mein Ökomüsli (Haferflocken, Rosinen, Nüsse und Kokosraspeln). Obst ist auch ein eher spezielles Thema. Der Mann isst nur Obst, wenn es bereits geputzt und klein geschnitten ist. Oder als Smoothie. Der Frechdachs verabscheut aktuell Bananen und Äpfel werden angekaut, ausgekaut und die Stückchen werden einfach wieder ausgespuckt. Genau dort wo man gerade steht. Mit dem Essen ist es bei uns nicht einfach…

Letztens habe ich Couscous mit Hackbraten gekocht. In Tomatensauce. Der Mann aß Hackbraten und stocherte im Couscous herum, der Frechdachs hatte Nudeln erwartet. Das Ende vom Lied war, dass ich für den fürchterlich weinenden Frechdachs Nudeln gekocht habe, die er mit Wonne in sich hinein stopfte. NUUUNE!!! 

So viel zum Thema ausgewogene Ernährung… Ich beneide diese Mütter wirklich…wenn es sie gibt. Es kann doch nicht sein, dass ich die einzige Frau und Mutter bin, deren Familie hinsichtlich der Essgewohnheiten total bekloppt ist. Das hoffe ich zumindest 😉

Zwei Monate Sendepause oder „Nah am Zusammenbruch“

Seit dem letzten Post sind fast zwei Monate vergangen. In dieser Zeit war ich einem totalen Zusammenbruch sehr nahe. Es ist alles andere als einfach, sich das einzugestehen. Ich bin eigentlich die Powefrau, die alles mit links meistert und sich nicht beschwert, sondern dem Leben ins Gesicht lach, ein Ausbund an Glücklichkeit und guter Laune ist und alles perfekt macht. Eigentlich. Aber auch ich musste feststellen, dass Energie endlich ist und unperfekt vollkommen in Ordnung ist. Nein, unperfekt ist perfekt! 

Ich habe einen aufgeweckten, frechen Sohn, der viel Aufmerksamkeit braucht…und ich arbeite dreißig Stunden in der Woche. Dann ist da noch der Haushalt (winkende Wäscheberge, kichernde Staubflusen in den Ecken…) und es gibt immer noch hungrige Mäuler zu stopfen. Dazu werden meine Eltern auch nicht jünger und brauchen mehr Unterstützung. An allen Ecken wird an einem gezogen, jeder will irgendwas. Dazu noch mein Anspruch an mich selbst…möglichst perfekt soll es sein. 

Lange Rede, kurzer Sinn… Ich bin an meinem eigenen Anspruch zerschellt. 

Nachdem ich mich so weit zusammengeflickt hatte, habe ich mit dem Mann gesprochen und ihn um (mehr) Unterstützung gebeten. Meistens bekomme ich die auch. Er versteht mich zwar nicht (wirklich), aber er versucht, mir zu helfen. Zeitweise nehme ich mir eine Auszeit und schicke ihn mit dem Frechdachs auf den Spielplatz, während ich das mache, wonach mir der Sinn steht. Mein Mann hat natürlich auch seine Auszeiten. Einfach mal den Kopf frei kriegen. 

Diese Auszeiten brauche ich, denn es ist nicht die Arbeit, die mich zermürbt, sondern das Kind. Trotzanfälle, Gekreische, Geheule, beißen, kneifen und hauen. Er verlangt mir ALLES ab. Ich bin immer froh, wenn der Mann nach Hause kommt und ich beispielsweise in Ruhe kochen kann. 

Wie äußert sich das alles? Ich bin tierisch müde. Ich gehe teilweise um neunzehn Uhr ins Bett und schlafe bis morgens um fünf durch. Neun bis zehn Stunden Schlaf brauche ich…heute bin ich zwar noch auf, aber schon wieder unendlich müde. Ach ja, ich habe keine Lust auf gar Nichts. Ich möchte mich zu Hause einigeln und von NIEMANDEM etwas sehen oder hören.

Ich höre schon die Ersten :“Burnout“ denken. Aber egal was es sein sollte, es macht mir zu schaffen, dass mein Kind das aktuell bei mir auslöst. Ich fühle mich wie die schlechteste Mutter der Welt. Ich liebe mein Kind, aber es bringt mich nahe an den Rand des Wahnsinns. 

Manchmal ist es besser, manchmal schlechter, aber immer da. Ich habe nur gelernt, etwas besser damit umzugehen. Auch das funktioniert manchmal besser und manchmal schlechter. Aber auch das ist menschlich und menschlich bedeutet ja auch unperfekt zu sein. 

Wichtig ist, glaube ich, dass man sich damit beschäftigt, die Auslöser identifiziert und Strategien entwickelt, damit umzugehen…und seine Ansprüche an sich selbst etwas runterschraubt.

Der Post ist nicht perfekt, aber das ist hoffentlich ok. Ich muss jetzt nämlich unbedingt schlafen. Gute Nacht! 

Bitte warten…und flippen Sie bitte nicht aus…

Ich bin ungeduldig, ich gebe es zu…und wenn wir schon dabei sind: Ich mag es, wenn gute Dinge so bleiben, wie sie sind. Natürlich gehe ich mit der Zeit (Smartphone hab ich beispielsweise), aber ich fühle mich manchmal nicht, als ob ich mit der Zeit gehen, sondern hinter ihr her rennen muss. Sie zerrt an mir und ich falle auch mal hin… Tja und dann geht es mir wie jetzt gerade. Weiterlesen

Erste Liga, Werder ist dabei…

Klassenerhalt, oleee… Meine Güte, was ein Tohuwabohu (ich liebe dieses Wort!) in der Stadt. Der Mann war im Stadion und hat Fotos geschickt.

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Ich mag solche Menschenmassen nicht und bin froh, dass der Frechdachs und ich unseren Nachmittag bei Freunden verbringen konnten. Kuchen essen und schnattern, die Kids haben schön gespielt (wenn sie sich nicht gerade um irgendein Spielzeug gekloppt haben…). Es war schön (und nicht so überfüllt)! Weiterlesen